Wasser ist komplizierter als man denkt

15. September 2014 von Lars Fischer in Chemie

Ihr erinnert euch doch bestimmt noch an Konstanz, die Stadt am Formaldehyd, oder? Ich habe eine gute Nachricht: Konstanz ist rehabilitiert. Das verdankt die Stadt Haegyeom Kim et al. sowie den Referees und dem Redaktionsteam der Zeitschrift Chemical Reviews. Oder, wie Derek Lowe bei In the Pipeline schreibt, "There Must Have Been Multiple Chances to Catch This".

Wer findet den Fehler? (Aus dem Abstract zu Chem. Rev 10.1021/cr500232y)

Wer findet den Fehler? Zum Vergrößern klicken. (Aus dem Abstract zu Chem. Rev 10.1021/cr500232y)

Man kann den Abstract mit Bild leider nicht verlinken, aber er ist auf der Hauptseite, einfach runterscrollen bis zum Artikel "Aqueous Rechargable Li and Na Ion Batteries". Hier ein Screenshot, wie das aussieht. Ich vermute, die Damen und Herren mussten, nachdem das Manuskript akzeptiert war, noch ganz, ganz schnell einen graphical abstract basteln, und in der Hektik... Nun ja.

(via Derek Lowe)


12 Kommentare zu “Wasser ist komplizierter als man denkt”

  1. Martin Holzherr Antworten | Permalink

    OH, da hat der Graphiker wohl zuviel HO2 getrunken - muss ja psychotrop wirken, dieses HO2.

  2. BetaPlus Antworten | Permalink

    Vielleicht war das der (misslungene) Versuch des Autors, Hydroperoxidionen darzustellen ? ;-)

  3. BetaPlus Antworten | Permalink

    Vielleicht handelt es sich um den (misslungenen) Versuch, Hydroperoxidionen darzustellen. ;-)

  4. werner Antworten | Permalink

    Und für diesen "peer-reviewed article" soll man dann 35$ zahlen, um ihn herunterladen zu können…
    Ein echtes Qualitätsprodukt !

  5. Herr Senf Antworten | Permalink

    Heute schreibt die taz zum Transwasser:
    "So ist mittlerweile erwiesen, dass gentechnisch verändertes Wasser für Homöopathie nicht zu gebrauchen ist."
    Immer mehr einheimisches "fresh water" wird durch industrielles ersetzt ;-)

    • Martin Holzherr Antworten | Permalink

      TAZ++: "Die morphologische Hydromatrix, das Gedächtnis des Wassers, sitzt nämlich in den Sauerstoffatomen; verschwinden sie, ist das Wasser orientierungslos, dreht sich um sich selbst, kann so kranken Zellen gar nicht mehr zu Hilfe eilen. "

      Mir wird es ganz seltsam wenn ich so etwas lese. Es verunsichert mich, weil es scheinbar nicht als Witz gemeint ist. Nein, niemand soll damit verulkt werden, sondern ganz viele Deutsche (und auch Leute anderer Nationaliäten) nehmen das ganz ernst auf und fühlen sich anschliessend bereichert oder gar besser informiert.

      • Chrys Antworten | Permalink

        @Martin Holzherr

        »Es verunsichert mich, weil es scheinbar nicht als Witz gemeint ist.«

        Ehrlich? Selbst nach dem letzten Absatz?

        Bekannt ist auch Wasser, das schon nach einmaliger Passage durch den Körper völlig ungenießbar wird: Es nimmt eine gelbliche Farbe und einen stechenden Geruch an. Eine Wasserwirtschaft, die nur mehr den Marktgesetzen gehorcht, könnte bei den Produzenten fatale Begehrlichkeiten wecken: „Eventuell wird der Körper des Konsumenten sogar süchtig gemacht, sodass er ohne Wasser nicht mehr leben kann.“

        Immer noch im Zweifel?
        Wenn ja, hier ist die letzte Chance: http://www.taz.de/1/wahrheit/selbstdarstellung

  6. cimddwc Antworten | Permalink

    Wo ist das Problem, das ist doch eindeutig H2O. Also H und 2 O. Ist doch egal, dass Chemiker das anders lesen. :)

  7. Alf Antworten | Permalink

    Vielen Dank für dieses Fundstück, Lars!

    Sehr bedenklich finde ich übrigens, dass das Bild mittlerweile gefixt wurde und zwar ohne jeglichen Kommentar (ich konnte zumindest keinen finden). In anständigen Journals veröffentlicht man dann doch ein erratum, aber das scheint hier nicht der Fall zu sein... bedenklich, sehr bedenklich.

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