Das Blog-Teleskop #15

14. Dezember 2008 von Jan Hattenbach in Blog-Teleskop

Fünfzehn Ausgaben ist das Blogteleskop schon alt. Heute steht es zum zweiten Mal bei mir und späht in den Bloghimmel. Ich hab ein bisschen den Eindruck, dass der Bär nicht gerade steppt in den astronomischen Blogs - Knallerthemen suche ich zur Zeit vergebens. Was ist los - alle im Vorweihnachtsstress?

Zunächst einmal ein Blick rüber zu den "gelben" Blogs. Tobias Maier ist fasziniert von der Animation, die ESO-Wissenschaftler kürzlich erstellt haben: Sie zeigt, wie 28 Sterne um das Schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxie kreisen - das bisher detaillierteste Bild aus dem Zentrum unserer Milchstraße.

Hinterm Mond gleich links, in Ludmila Carones Blog finden sich einige interessante Artikel, etwa über das ACHIMEDES/MIRIAM-Projekt - ein Wetterballon auf dem Mars, oder über eine Bildergalerie des Röntgenteleskops Chandra. Auch, dass der Start des Marsrovers MSL sich um zwei Jahre verzögern soll, wird hier thematisiert.

Florian Freistetter bloggt in Astrodictium Simplex bekannterweise nicht nur über astronomische Themen - über sein "Lieblingsthema", die Pseudowissenschaften, gibt es gerade einen aktuellen Artikel zur Frage: Wie verhält man sich als Wissenschaftler, wenn man mit Pseudowissenschaft oder Esoterik konfontiert wird? Prädikat: Lesenswert!

Kommen wir nun zu den Kosmologen. Auch Eugen Reichelt macht gerade in Astras Spacelog mit einem ähnlichen Thema auf: Astrologie vs. Astronomie, und wie geht man als Astronom mit der Sterndeuterei um? Ok, es ist ein diskuttierenswertes Thema, ich allerdings gehe beim Stichwort Astrologie normalerweise geistig offline. Ist einfach besser so.

Ganz nah dran am Umbau des Brachymedialfernrohrs in Rathenow ist zur Zeit Susanne Hoffmann. In ihrem Blog Uhura Uraniae berichtet sie regelmäßig über den Stand der Arbeiten. 

Ebenfalls nah dran ist Leonard Burtscher in Heidelberg. Ganz um die Ecke zu seinem Arbeitrplatz entsteht das Haus der Astronomie - ein zentraler Ort für die astronomische Öffentlichkeitsarbeit. Das ist doch mal eine positive Nachricht!

Stefan Taube erinnert in seinem Blog Lichtecho an ein recht unbekanntes Jubiläum: Am 21. Dezember jährt sich zum vierzigsten mal der Flug von Apollo 8. Paradox findet der Autor die Grußbotschaft, die die Astronauten damals zur Erde schickten: eine Vorlesung aus der Bibel. Warum? Lesen!

Dann laufen zur Zeit noch einige Diskussionen im Forum von astronomie.de:

Wie hell ist eigentlich der Himmel? Und wie misst man die Himmelshelligkeit (richtig)? Für jeden, der nachts gerne draußen aufm Feld steht nicht uninteressant.

Sollte man seine Astroaufnahmen verschenken? An Leute, die ihrerseits damit Geld verdienen? Nein? Dann sollte man sich diese Diskussion durchlesen, bevor man beim Fotografiewettbewerb von Meyers Medien online mitmacht. Ich tu's nicht.

Tja, das wars soweit von mir. Kann natürlich sein, dass ich etwas übersehen habe. Wer also noch ein spannendes Thema finden, der kann, sollte, darf gerne einen Kommentar dazu schreiben!

Wo das nächste Blog-Teleskop aufgebaut wird, steht in etwa zwei Wochen wieder hier

  

 


4 Kommentare zu “Das Blog-Teleskop #15”

  1. Marco Antworten | Permalink

    Blogger im Winterschlaf ?

    >Ich hab ein bisschen den Eindruck, dass >der Bär nicht gerade steppt in den >astronomischen Blogs
    Ich hab auch den Eindruck, die meisten Blogger hier bei Kosmologs haben sich schon in den Winterschlaf verabschiedet. Schade.

    >Knallerthemen suche ich zur Zeit vergebens.
    Es gäbe schon welche, aber keiner schreibt darüber, z.b. der Exoplanet, in dessen Atmosphäre Kohlenmono- und dioxid nachgewiesen wurde. Was für eine Leistung!
    Oder die neuen Forschungsergebnisse über die Sterne um das Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße.

  2. Marco Antworten | Permalink

    Noch mehr Licht !

    Zum Thema Lichtverschmutzung habe ich noch was: http://www.spiegel.de/...ech/0,1518,596425,00.html

    Das interessanteste Zitat:
    "Langfristig sollte das Hannoveraner Konzept nach Ansicht des City-Managers ohnehin überdacht werden. "Meine Idee geht von der Weihnachtsbeleuchtung hin zu einem Winterlicht", erläutert Balkhoff und meint damit eine Ausweitung der Beleuchtungszeit auch in die "dunklen" Monate Januar und Februar. Dies trage auch dazu bei, dass sich die dann angeschafften teureren Energiesparleuchten schneller bezahlt machten. Derzeit schlägt die Weihnachtsbeleuchtung nach Worten Balkhoffs mit rund 100.000 Euro jährlich zu Buche."

    Der Gipfel des Absurden. Wir "sparen", indem wir die Sparbirnen länger brennen lassen.

  3. Jan Hattenbach Antworten | Permalink

    Re: Noch mehr Licht !

    Danke für diesen Link! Dieses Zitat offenbart eine Denke, die, sollte sie flächendeckend auftreten, einen schier zur Verzweiflung treiben kann...

    Hoffnungslos, wenn solche Leute nicht mal die einfachsten Zusammenhänge zu verstehen scheinen.

    Achim Balkhoff - ein Name, den man sich merken sollte...

  4. Marco Antworten | Permalink

    Und noch mehr...

    Nein, ich durchforste das Internet nicht nach solchen Meldungen, aber sowas finde ich immer wieder:
    http://www.morgenweb.de/...8_srv0000003572975.html

    In Heidelberg werden jetzt Bäume von im Boden versenkten Leuchten VON UNTEN angestrahlt. Das Licht geht also direkt in den Himmel. Und das in der Astronmen-Metropole Heidelberg...

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