Planetenparade Supreme: Das Sonnensystem auf einen Blick

4. Januar 2016 von Jan Hattenbach in Sonnensystem

Es kommt nicht oft vor, dass alle hellen Planeten des Sonnensystems gemeinsam am Himmel stehen. Im Januar und Februar 2016 ist es wieder soweit. Frühaufsteher haben zum Monatswechsel kurz Gelegenheit, alle mit bloßem Auge sichtbaren Planeten auf einen Blick sehen. Ein Planet macht die Sache aber schwierig, zumindest in mitteleuropäischen Breiten. Zum Monatsende bis Anfang Februar wandert auch der abnehmende Mond die Planetenparade ab.

Die letzte "Planetenparade Supreme" liegt schon etwas zurück: das war im Dezember 2004 und Januar 2005. Uranus und Neptun sind in der Regel ohne Hilsmittel nicht zu erkennen, und spielen hier nicht mit.

Planetenparade am 30.01.2016 für Heidelberg. Erstellt mit Stellarium.

Planetenparade am 30.01.2016 für Heidelberg. Erstellt mit Stellarium.

Das erste Bild zeigt den Himmelsanblick für den Morgen des 30. 01. kurz nach Beginn der Dämmerung, gerechnet für Heidelberg. Von Ost nach West zeichnen die Planeten Merkur, Venus, Saturn, Mars und Jupiter die Hauptebene unseres Planetensystems nach: die Ekliptik. Diese Linie markiert die Projektion der Erdbahn um die Sonne an die Himmelssphäre. Wie man sieht, befinden sich alle Planeten (und der Mond) nahe der Ekliptik.

Leider steht die Ekliptik in unseren Breiten Ende Januar recht flach zum Osthorizont. Es ist daher eine echte Herausforderung, Merkur in der Dämmerung zu erkennen. absolut wolkenfreier Himmel und ein Fernglas helfen bei der Suche.

Weiter südlich steht die Ekliptik im Januar steiler. Auf Teneriffa z. B. lässt sich Merkur einfacher sehen, er steht hier schon vor Beginn der bürgerlichen Dämmerung hoch genug am Himmel. In südlicheren Breiten ist die Planetenparade daher in einem relativ breiten Zeitraum zwischen dem 20. 01. und 20. 02. zu sehen.

Planetenparade auf Teneriffa. Erstellt mit Stellarium.

Planetenparade auf Teneriffa. Erstellt mit Stellarium.

Auf der Südhalbkugel steht bekanntlich alles auf dem Kopf. Auch die Planetenparade läuft hier verkehrt herum. So sieht sie beispielsweise am 30. 01. in Santiago de Chile bei Stromausfall aus:

Planetenparade von Santiago de Chile. Erstellt mit Stellarium.

Planetenparade von Santiago de Chile. Erstellt mit Stellarium.

Und wenn es am 30. 01. bewölkt ist? Simulationen für andere Tage und Orte kann man sich ganz einfach selbst erstellen. Dazu die freie Software Stellarium herunterladen und loslegen. Damit kann man dann auch versuchen, die nächste Planetenparade vorauszuberechnen.

Clear Skies!

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