Über Stefan Rahmstorf

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Stefan Rahmstorf ist Klimatologe und Abteilungsleiter am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Professor für Physik der Ozeane an der Universität Potsdam. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf Klimaänderungen in der Erdgeschichte und der Rolle der Ozeane im Klimageschehen.

 

Alle Posts von Stefan Rahmstorf

 
 

Wissenschaftler helfen Lesern, in der Berichterstattung zum Klima Fakten von Fiktion zu unterscheiden

Geschrieben 25. Mai 2016

Gastbeitrag von Emmanuel Vincent Während 2016 auf dem Weg ist, 2015 locker als das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen zu übertreffen,  behaupten immer noch einige Schlagzeilen in sonst renommierten Medien, dass „2015 nicht einmal annähernd heißestes Jahr seit Messbeginn war” (Forbes, Jan 2016) oder dass der "Planet sich nicht überhitzt ..." (The Times of London, Februar 2016). Solche Verfälschungen durch die Medien verwirren die Öffentlichkeit und behindern, dass unsere politischen Entscheidungsträger eine gut informierte Perspektive entwickeln und auf Evidenz... weiter

Der Dämmskeptiker Konrad Fischer – oder: Wie erkennt man unseriöse Thesen?

Geschrieben 8. Mai 2016

Ich schicke es voraus: ich bin kein Experte für Wärmedämmung. Ich habe lediglich bei der Sanierung eines Hauses etwas Erfahrung damit gesammelt – dazu mehr später. Umso interessierter war ich, beim samstäglichen Radiohören während der Küchenarbeit ein ausführliches Interview mit dem Architekten und Dämmskeptiker Konrad Fischer zu hören. Seine Thesen waren provokant und lassen sich so zusammenfassen: Dämmen bringt nichts, ist unwirtschaftlich und sogar schädlich. Dazu zitierte er alle möglichen Studien, Erkenntnisse und Beispiele. So wie die meisten Menschen beim... weiter

5 Jahre Nature Climate Change

Geschrieben 29. März 2016

Vor fünf Jahren wurde die Fachzeitschrift Nature Climate Change gegründet – als Ableger von Nature, der seit 1869 erscheinenden traditionsreichsten Wissenschaftszeitschrift. Die neue Zeitschrift ist eine Anerkennung der wachsenden Bedeutung der Klimaforschung, und setzte sich zum Ziel, neben den naturwissenschaftlichen Grundlagen auch die breiteren gesellschaftlichen Folgen des Klimawandels zu betrachten (eine umfassende Mission ähnlich wie die des Potsdam-Instituts). Zum 5. Geburtstag bringt Nature Climate Change eine lesenswerte Analyse der Klimaforschung durch die Gründungsredakteurin Olive Heffernan. Und es werden in fünf... weiter

Meeresspiegel über die Jahrtausende

Geschrieben 22. Februar 2016

Wie hat sich der globale Meeresspiegel in den vergangenen Jahrtausenden verändert? Und was wird in diesem Jahrhundert und in den kommenden Jahrtausenden auf uns zukommen? Welchen Anteil hat der Mensch? Mehrere neue Fachpublikationen liefern dazu neue Einsichten. 2500 Jahre vergangene Meeresspiegelschwankungen Diese Woche erscheint bei den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) die erste globale statistische Auswertung der zahlreichen Einzelstudien über den Verlauf der Meeresspiegelentwicklung in den letzten 2500 Jahren ( - ich bin einer der Autoren). Derartige Daten über Meeresspiegeländerungen der Vergangenheit, aus der Zeit vor Beginn der Pegelmessungen, kann man aus Bohrkernen in Sedimenten an den Küsten gewinnen. Inzwischen gibt es genug solcher lokaler Datenkurven von verschiedenen Küsten der Welt, um daraus eine globale Meeresspiegelkurve zu erstellen. Schauen wir sofort das Hauptresultat an. Der globale Meeresspiegelverlauf sieht folgendermaßen aus:Abb. 1 Rekonstruktion des globalen Meeresspiegels, aus Proxydaten aus verschiedenen Weltgegenden. Die rote Linie am Ende (nicht aus dem Paper) illustriert den weiteren globalen Anstieg seit dem Jahr 2000 um 5-6 cm aus Satellitenmessungen. ... weiter

Paris: Ein Sieg der Vernunft und der Diplomatie

Geschrieben 14. Dezember 2015

In den letzten Tagen ist in Paris das nahezu Unmögliche wahr geworden. Praktisch alle Staaten dieser Erde, mit ihren riesigen Unterschieden in Kultur, Geschichte, Wirtschaft und Interessen, einigten sich auf ein verbindliches Klimaabkommen. Und das hat es in sich: es bedeutet nichts weniger als einen Konsens über das nahe Ende der fossilen Energie. Vereinbart wurde, den globalen Temperaturanstieg seit der Industrialisierung deutlich unter 2 °C zu halten, sowie Anstrengungen zur Begrenzung auf 1,5 °C. Damit folgen die Staaten der Empfehlung... weiter

“Wir haben bereits gute Lösungen. Es ist Zeit, sie zu implementieren.”

Geschrieben 7. Dezember 2015

Ein Doppelinterview mit zwei Klimaforschern von entgegengesetzten Enden der Welt zu den internationalen Klimaverhandlungen in Paris: mit dem australischen Klimaforscher Matthew England und seinem Potsdamer Kollegen (und KlimaLounge Mitgründer) Stefan Rahmstorf. Frage: Vertreter von über 190 Nationen treffen sich derzeit in Paris, um eine verbindliche Vereinbarung auszuhandeln, mit der die globale Erwärmung auf 2 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau begrenzt und damit die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels vermieden werden sollen. Doch die bislang zugesagten Emissionsreduktionen reichen nicht aus, um die... weiter

Worum es in Paris geht

Geschrieben 29. November 2015

Als Ozean- und Klimaforscher habe ich in den letzten Jahrzehnten viele alarmierende Trends verfolgt: steigende Temperaturen, steigenden Meeresspiegel, schwindende Eismassen, zunehmende Ozeanversauerung und vieles mehr. Aber ich bin überzeugt, dass die Menschheit die Fähigkeit und Mittel hat, um den Anstieg der globalen Temperaturen unterhalb der potenziell fatalen Linie von 2 Grad zu stoppen. Und ich bin vorsichtig optimistisch, dass der jetzt beginnende Klimagipfel in Paris eine substanzielle globale Vereinbarung zur Begrenzung der Treibhausgasemissionen erreichen wird. Es ist genau ein halbes... weiter

Studie: Die Erwärmungs“pause“ war von vornherein ein Mythos

Geschrieben 26. November 2015

Seit Jahren weisen wir in der KlimaLounge immer wieder darauf hin: eine irgendwie signifikante "Pause" in der globalen Erwärmung gibt es nicht, nicht einmal eine signifikante Verlangsamung, sondern lediglich die üblichen Schwankungen. Hier berichtet Stephan Lewandowsky von seiner gerade by Nature Scientific Reports erschienenen Metastudie dazu. Gastbeitrag von Stephan Lewandowsky Die Idee, dass die globale Erwärmung aufgehört habe, ist seit mindestens 2006 eines der Lieblingsargumente der Klimaschutzgegner. Dieses Narrativ entstand zunächst in Blogs, wurde dann von Teilen der Medien übernommen... weiter

Auf dem Weg zum fossil-freien Haushalt

Geschrieben 10. September 2015

Wir kaufen keine fossile Energie mehr. Das bringt Freude und ist nicht schwer. Wer sich ein wenig mit der globalen Erwärmung auskennt, der weiß: sie lässt sich nur stoppen, wenn wir möglichst rasch aus der Nutzung fossiler Energien aussteigen. Was liegt also näher als gleich damit anzufangen: dort wo man selbst Geld für fossile Energie ausgibt. Fossilen Strom kaufen wir schon lange nicht mehr – in Deutschland kann man ja zum Glück 100% Ökostrom kaufen. Da kommen zwar keine grünen... weiter

Kalter subpolarer Atlantik, heißes Deutschland?

Geschrieben 1. September 2015

Laut Deutschem Wetterdienst war der vergangene Sommer in Deutschland mit einem Mittelwert von 18,5 °C wahrscheinlich der drittwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen – deutlich übertroffen nur vom “Jahrhundertsommer” 2003 und etwa gleichauf mit dem Sommer 1947. Die Süddeutsche Zeitung zitiert dazu in einem interessanten Artikel Meteorologen und schreibt: Südlich von Grönland entscheidet sich, wie heiß es in Mitteleuropa wird. (…) Schon im Juni deutete vieles auf eine heiße Phase hin. Aus Erfahrung wissen die Wetterkundigen, dass solche Sommer ein typisches... weiter