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Einige Folgen der sogenannten Flüchtlingskrise – ein Differenzierungsversuch

7. Mai 2016 von Ludwig Trepl

Die sogenannte Flüchtlingskrise scheint die Kräfteverhältnisse der politischen Lager erheblich verschoben zu haben. Alles, was nicht „rechts“ ist, gehört zu den Verlierern. Wie man die verschiedenen Richtungen definieren könnte, ob sie nun rechts, in der Mitte oder links stehen, soll uns hier nicht interessieren. Man versteht, so glaube ich, das, was ich sagen will, auch dann hinreichend, wenn man sich an den üblichen Sprachgebrauch hält. Nur bezogen auf den Konservativismus ist wohl eine Bemerkung vorweg nötig. Die Konservativen waren früher... weiter

 

Ökologistische Glaubenssätze und Ökologie Teil 3: Interspezifische Superorganismen

10. April 2016 von Ludwig Trepl

Es gibt zwischen zwei Lebewesen Beziehungen verschiedener Art: solche, die beiden Seiten Vorteile bringen, solche, die nur einer Seite Vorteile bringen, solche, die beiden Seiten Nachteile bringen. Und man kann zwischen fortpflanzungsbiologischen und ökologischen Beziehungen unterscheiden. Mutualistische Beziehungen sind für beide Seiten von Nutzen. Mutualismus hat nun die Tendenz, in dem Maße zuzunehmen, wie Organismen stammesgeschichtlich sich auf unterschiedlichen Anpassungswegen voneinander entfernen. Sie tendieren dann dazu, Leistungen zu erbringen, die dem Interaktionspartner nicht möglich sind, in denen aber doch ein... weiter

 

Ökologistische Glaubenssätze und Ökologie, Teil 2: Populationen als Superorganismen

9. April 2016 von Ludwig Trepl

[1]Das Wort Population wird in der Ökologie verschieden gebraucht. Manchmal werden darunter alle Individuen einer Art, als Einheit genommen, verstanden, sofern sie in einem bestimmten Raum zusammenzuleben. Hier gebrauche ich das Wort so, wie es meist in der Populationsgenetik verwendet wird: Als Population wird diejenige Gesamtheit der Individuen einer Art bezeichnet, die sich (erfolgreich) paaren können, weil sie zur Paarungszeit nahe genug beieinander leben. Ihre Mitglieder müssen nur in zweierlei Hinsicht miteinander zu tun haben: (1) Sie können miteinander Nachkommen erzeugen... weiter

 

Ökologistische Glaubenssätze und Ökologie Teil 1: Allzusammenhang, organische Gemeinschaften, Superorganismen

8. April 2016 von Ludwig Trepl

Die Ökologie hat, so meint man, dem allgemeinen Diskurs über das Verhältnis der Menschen zur „Natur“ einiges an Wissen zur Verfügung gestellt. Tatsächlich sind es Glaubenssätze. Sie werden fester geglaubt als das Dogma von der unbefleckten Empfängnis: Während an dieses die meisten Gläubigen hierzulande wohl kaum glauben – sie sagen allenfalls, anderen und oft auch sich, daß sie das täten –, glaubt man jene ökologischen Glaubenssätze wirklich. Warum auch nicht, handelt es sich doch um Erkenntnisse der Naturwissenschaft, und die... weiter

 

Wissenschaftsimperi(alism)en

29. März 2016 von Ludwig Trepl

Ein Kommentator mit dem Pseudonym „Chrys“ schickte mir eben ein Zitat von Stegmüller; der Zusammenhang muß uns hier nicht interessieren. „Der Hauptmangel der Kantischen Theorie würde vom Humeschen Standpunkt aber in etwas anderem zu erblicken sein, nämlich in der Tatsache, daß auch bei Kant der Begriff der Ursache wieder als ein nicht explizierter Grundbegriff, als eine apriorische „Kategorie”, eingeführt wird. Allgemein wird heute zugestanden, daß die „Herleitung” der Kategorien aus den Urteilsformen, die sogenannte metaphysische Deduktion der Kategorien, vollkommen unzulänglich... weiter

 

Leitkultur 2

19. Februar 2016 von Ludwig Trepl

Es geht auch ganz ohne Leitkultur. Nicht nur das liberale Modell, das nur Individuen kennt, nicht aber Kulturen oder Kultur doch zur Privatsache erklärt, zielt in diese Richtung. In einem Territorium können auch nach manchen Varianten des konservativen Denkens mehrere Kulturen nebeneinander leben, von denen keine die andere leitet, nach innen aber ein tyrannisches Regime führt. Und so war es ja auch die meiste Zeit hindurch. Vielleicht kommt es wieder so. Wenn man wissen will, wie es kommen wird, fragt... weiter

 

Erfahrungen mit interdisziplinärer Forschung

29. Januar 2016 von Ludwig Trepl

Fast alle Wissenschaften sind interdisziplinär, und Disziplinen sind etwas anderes als Wissenschaften.   „Interdisziplinär“ nennt sich heute (wenigstens in Forschungsanträgen) ein Großteil aller Forschung. Es geht im folgenden darum, was „interdisziplinäre Forschung“ sinnvollerweise bedeuten kann, wo sie stattfindet, welche Schwierigkeiten Wissenschaftler haben, die sich darauf einlassen sowie darum, daß man zwischen Disziplinen und Wissenschaften unterscheiden sollte.   Der folgende Text[1] ist das Manuskript eines Vortrags, den ich vor einigen Jahren (ich kann leider nicht mehr feststellen, wann es genau war)... weiter

 

Rassismus ohne Rasse

21. Januar 2016 von Ludwig Trepl

„Bis weit in die Kreise hinein, die sich selbst für liberal halten, hat sich ein Rassismus mit gutem Gewissen verbreitet. Ja, Rassismus. In der Vergangenheit überwog der biologische Rassismus, in der Gegenwart der kulturelle.“ Das schrieb kürzlich – nach den Ereignissen von Köln – Jakob Augstein in Spiegel-Online. Augstein ist ein Paradepferd der Linken (nicht der Partei dieses Namens); "Im Zweifel links" heißt seine Kollumne in Spiegel-Online. Vor allem an Leuten wie ihm liegt, glaube ich, die derzeitige argumentative Schwäche dieses... weiter

 

Leitkultur

30. Dezember 2015 von Ludwig Trepl

[1]Das Wort „Leitkultur“ ist, nachdem es jahrelang kaum mehr zu hören war, im Zuge der sog.[2] Flüchtlingskrise wieder aus der Versenkung aufgetaucht. Vergleicht man das heutige Reden über „Leitkultur“ mit dem vor über zwei Jahrzehnten, als die konservativen Parteien dieses Wort zu einer politischen Parole machten,[3] so springen drei Unterschiede ins Auge: (1) Die damaligen Gegner der konservativen Kampagne (Linke und Liberale) benutzen dieses Wort jetzt auch, statt seinen Gebrauch zu bekämpfen. (2) Sie versuchen, ihm einen anderen, ihnen genehmen... weiter

 

Dritte Welt

15. Dezember 2015 von Ludwig Trepl

Vor Kurzem diskutierte ich lange mit einem sowohl klugen als auch weisen Menschen über allerlei hochinteressante und hochwichtige Fragen. Mehrfach trat das ein, was man das Gefühl der Erleuchtung nennt: Plötzlich erscheint etwas, was man schon lange irgendwie kennt, in einem neuen, hellen, klaren Licht. Ich fing dann an zu jammern, daß ich nichts tun könne als mir solche Gedanken zu machen, ich für mich selber, und dabei wenn’s gut geht beglückende Gefühle bekomme. Aber ich könne damit ja nichts... weiter