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Ist anthropozentrisches Denken die Ursache der Naturzerstörung?

21. März 2014 von Ludwig Trepl

Wir leben in einer Zeit der Umweltkrise. Nur wenige meinen, sie sei lediglich ein ideologisches Phänomen, sei Ausdruck von Ängsten anderer Herkunft, z. B. auf irgendwelche soziale Verwerfungen zurückzuführen, oder sie sei nur von interessierter Seite herbeigeredet. In der Regel dürfte man glauben, diese Krise sei verursacht durch eine reale, physische Bedrohung der Menschheit von nie dagewesenem Ausmaß. Unter denen, die das glauben, ist man sich weitgehend einig über die Ursache: Es ist der „Anthropozentrismus“ unseres, des „westlichen“, Denkens. ... weiter

 

Sind Tiere auch Menschen?

18. Februar 2014 von Ludwig Trepl

Die Wissenschaft hat bekanntlich nicht nur aufklärend gewirkt, sondern auch einen neuen Aberglauben hervorgebracht, nämlich den an die Wissenschaft, heute insbesondere die Naturwissenschaft. Während früher der Aberglaube vornehmlich darin bestand, etwas zu glauben, was den Erkenntnissen der Naturwissenschaft zufolge nicht möglich ist, besteht er heute vornehmlich darin, der Naturwissenschaft Antworten auf Fragen zuzutrauen, die prinzipiell außerhalb ihrer Reichweite liegen. Das folgende ist ein Beispiel dafür, auch wenn diejenigen, die so denken, wie es in dem Beispiel vorgeführt wird, in der Wissenschaft und speziell der Naturwissenschaft eher die Wurzel allen Übels zu sehen pflegen. Iris Radisch schrieb auf Zeit-Online: ... weiter

 

Gedanken sind nicht biologisch bedingt – naturalistische Argumente gegen den Evolutions-Biologismus.

29. Januar 2014 von Ludwig Trepl

„Naturalismus“ ist ein Thema, das die Scilogs-Leser besonders zu interessieren scheint – weit mehr als den Rest der intellektuellen und akademischen Öffentlichkeit. Das mag daran liegen, daß Scilogs-Leser größtenteils eine Naturwissenschaft studiert haben oder studieren und die naturalistische Philosophie ihnen schmeichelt. Vielleicht liegt es auch daran, daß diese für jemanden, der naturwissenschaftlich ausgebildet ist, relativ leicht verständlich ist; von Philosophien anderen Zuschnitts – beispielsweise absoluter Idealismus, Phänomenologie, Existentialismus – kann man das ja keineswegs sagen. Jedenfalls: Wann immer hier oder in anderen Scilogs-Blogs das Thema Naturalismus angeschnitten wird (z. B.: a, b, c, d, e, f), schnellt die Zahl der Kommentare in die Höhe und der Tonfall wird aufgeregter. Den Naturalismus habe ich neulich in einem Blogartikel mit Geert Keil (2007) so charakterisiert: „Die naturwissenschaftlichen Methoden sind der Königsweg zur Wahrheit, sie können überall angewandt werden und verschaffen Wissen über alles, worüber es überhaupt etwas zu wissen gibt.“ Nun werden die Naturalisten immerzu darauf hingewiesen, daß es doch Dinge gibt, über die es etwas zu wissen gibt, bei denen uns aber die naturwissenschaftlichen Methoden kaum oder gar nicht zu Wissen verhelfen. ... weiter

 

Was an der Liebe zur Biodiversität christlich ist

7. Januar 2014 von Ludwig Trepl

Daß wir die Vielfalt des Lebens oder die „Biodiversität“, wie es im einschlägigen Fachjargon heißt (mißverständlich, wie man sehen wird), erhalten und steigern sollen, gilt in der Umweltdiskussion als völlig selbstverständlich. Es ist wie bei der Erhaltung der Atemluft: Da geht es nicht um individuelle Vorlieben oder Vorlieben von Gruppen, sondern das müssen wir tun, weil wir Menschen sind und jeder Mensch atmen muß. Die Biodiversität braucht, meint man, ebenfalls jeder, zumindest mag sie jeder. So selbstverständlich ist das aber nicht.... weiter

 

Willensfreiheit – Nachtrag: Schicksal, Götter, Wissenschaft.

25. November 2013 von Ludwig Trepl

In meinem vorigen Blogartikel ging es um ein Gedankenexperiment („Hirne im Tank“), das von Hilary Putnam stammt und von Olaf Müller interpretiert wurde im Hinblick auf die heute in den Medien breitgetretene Behauptung, die Hirnforschung habe die Auffassung widerlegt, unser Wille sei frei. Vor aller bewußten „Entscheidung“ stehe schon fest, wie diese ausfallen wird, das wüßten wir heute. Dagegen argumentiert Müller – und zwar ohne die naturalistischen Voraussetzungen (d. h. die Verabsolutierung der Naturwissenschaften) zu verlassen, von denen die Freiheitsleugner ausgehen –, daß selbst ein naturwissenschaftlicher Nachweis der Vorwegbestimmtheit von allem in der Welt, auch der „Entscheidungen“, der weit über das hinausgeht, was die Hirnforschung tatsächlich zeigen kann und je zeigen können wird, für die Frage der Willensfreiheit unerheblich ist. Er werde „zeigen, dass die deterministische Neurowissenschaft in dieser gedachten Situation gar nichts für oder gegen die Entscheidungsfreiheit des Subjekts austrägt, weil sich die Entscheidungen des hypothetischen Subjekts nicht dort abspielen, wo seine Naturwissenschaft hinzielt.“ ... weiter

 

Eine naturalistische Argumentation gegen die naturalistische These, es gebe keinen freien Willen

6. November 2013 von Ludwig Trepl

„Der Naturalismus hat die öffentliche Meinung nicht nur erreicht, er hat sie in einer konzertierten publizistischen Aktion besetzt,“ so der Philosoph Peter Janich (2004). Naturalismus, genauer der szientifische, setzt zulässiges Denken mit naturwissenschaftlichem gleich. „Die naturwissenschaftlichen Methoden sind der Königsweg zur Wahrheit, sie können überall angewandt werden und verschaffen Wissen über alles, worüber es überhaupt etwas zu wissen gibt“, so charakterisiert Geert Keil  (2007) diesen Naturalismus. Das „deutsche Zentralblatt für Evolutionsbiologie, Genom- und Hirnforschung“,  nämlich der  SPIEGEL, habe, so Janich, der... weiter

 

Glück, Hirn, Gene

16. Oktober 2013 von Ludwig Trepl

 

Biodiversität läßt sich nicht messen

27. September 2013 von Ludwig Trepl

In der Biodiversitätskonvention von 1992 wird definiert: „Biologische Vielfalt [ = Biodiversität] bedeutet die Variabilität unter lebenden Organismen jeglicher Herkunft, dies umfaßt die Vielfalt innerhalb der Arten und zwischen den Arten und die Vielfalt der Ökosysteme.“ Diese Definition ist seitdem unzählige Male – oft etwas modifiziert, etwa „Biodiversität ist die Vielfalt des Lebens“ – wiederholt worden. Ich möchte hier folgende Behauptung begründen: Wie groß „die Biodiversität“ ist, kann man grundsätzlich nicht angeben. Es ist keine empirische Prüfung möglich, durch die... weiter

 

Die Liebe zur Kulturlandschaft

13. September 2013 von Ludwig Trepl

Die alten Lebensformen, die unter der Oberfläche der modernen Zivilisation schwelen, liefern in vielen Fällen noch die Wärme, die einem jeden Entzücken innewohnt.“ (Max Horkheimer)[1] Unter dem Titel „Wilde Träume“ (hier und hier) schrieb ich vor längerer Zeit über einen Artikel, den Jürgen Gerdes in „Gaia“ veröffentlicht hat. Im Mittelpunkt dieses Artikels steht die Forderung: Nicht Naturgebiete werden als Inseln in der Zivilisationslandschaft erhalten, wie es jetzt üblich ist, sondern umgekehrt, die besiedelten Gebiete sind Inseln in der Wildnis. Ich wies... weiter

 

Der Rassismus der Guten

13. August 2013 von Ludwig Trepl

In dem Blog-Artikel Biologismus Rassismus Ökologismus habe ich geschrieben: „Was heute Rassismus genannt wird, ist meist keiner. Die Epoche des Rassismus scheint beendet. Nicht-rassistische Biologismen aber sind, begünstigt durch den neoliberalen Zeitgeist, im Aufwind. Könnte daraus wieder Rassismus entstehen?“ Mit den nicht-rassistischen Biologismen, die durch den neoliberalen Zeitgeist begünstigt werden, meinte ich vor allem das, was um Umkreis der öffentlichen Diskussionen um die Genetik und um die Hirnforschung seit einigen Jahren den Zeitgeist bestimmt. Ich zitiere aus meinem Artikel: „... der... weiter