Buddhistische Ahnenverehrung in Japan

15. Mai 2009 von Michael Blume in Phänomene

Gerne wird in Diskussionen bezweifelt, ob der Buddhismus eine Religion sei, da der Buddha doch keine absolute Existenz übernatürlicher Akteure (wie Ahnen, Geister, Götter etc.) gelehrt habe. Umso eindrucksvoller (und evolutionäre Hypothesen stärkend) ist es jedoch zu sehen, dass sich in der religiösen Alltagspraxis gewachsener, buddhistischer Gesellschaften die oft auf Familie bezogene bzw. Familienwerte bekräftigende Verehrung übernatürlicher Akteure doch auf sehr hohem Niveau entwickelt hat. Dazu ein Gastbeitrag von Katharina Böhning, Absolventin der Religionswissenschaft in Leipzig, die für inhaltliche Fragen gerne zur Verfügung steht.

Unabhängig davon, wie religiös oder welcher Religion zugehörig sich Japaner selbst einschätzen, im Todesfall wird in der Regel der nächste buddhistische Tempel mit der Beerdigung betraut. Der Tod zieht traditionell eine Reihe von Riten nach sich, die darauf ausgerichtet sind, den Geist des Toten von der diesseitigen Welt zu lösen und in den butsudan (Hausaltar) der Familie einzugliedern.

Ein Butsudan, ein japanisch-buddhistischer Hausalter. Quelle: Wikipedia-Commons.

Zunächst werden von den Priestern buddhistische Gebete rezitiert um dem Geist symbolisch das Wesentliche der buddhistischen Lehren  zu übermitteln, die Verunreinigungen des Todes zu entfernen und die Seele für die Einschließung in den butsudan vorzubereiten. Der Körper wird verbrannt und die Asche in einer Urne unter erneuten Gebeten der Priester beerdigt.

Am siebenten Tag nach dem Tod wird dem Toten der kaimyô verliehen, ein neuer Name, der die neue buddhistische Identität verkörpert. Der Namenswechsel ist ein weiterer Schritt, den Toten von der Welt zu lösen, in dem symbolisch die körperliche Präsenz gelöscht und ein Identitätswechsel vollzogen wird.

Am neunundvierzigsten Tag nach dem Tod, so glaubt man, verlässt der Geist des Verstorbenen die Nähe der Hinterbliebenen. Damit enden die Trauerzeit und die damit verbundenen Riten. Dann wird auf dem butsuda, ein schwarz lackiertes und mit Gold verziertes ihai (Gedenktäfelchen) aufgestellt, in dem der kaimyô eingraviert ist. Der durch die rezitierten Gebete und Sutren nach dem Tod erleuchtete Geist verlässt die Umgebung seiner Angehörigen, um seinen Platz bei den Ahnen einzunehmen. Das ihai repräsentiert nun den Geist des Ahnen und wird oftmals als dessen Wohnsitz angesehen.

In periodischen Zeitabständen werden weitere buddhistische Riten zum Gedenken des Verstorben abgehalten, so z.B. am einhundertsten Todestag, am ersten Jahrestag, am dritten Jahrestag usw. Normalerweise enden die Gedenkehrungen, wenn keiner der Angehörigen mehr einen Bezug zum Verstorbenen hat. Dann wird das ihai dem Tempel übergeben, wo es zeremoniell verbrannt wird. Der Tote gilt zwar noch als Ahne, aber er wird nicht mehr individuell verehrt. Einige Familien haben in ihrem butsudan eine Gedenktafel für all jene Ahnen eingerichtet, zu denen keine persönliche Beziehung mehr besteht.

Die von den Priestern abgehaltenen Rituale dienen nicht nur den Toten, sondern beruhigen auch die Hinterbliebenen. Zum einen durch die Gewissheit darüber, dass für den Verstorbenen gut gesorgt wurde, indem er in den Kreis der Ahnen aufgenommen wurde und sein Andenken so von der Familie gewahrt wird. Zum anderen vergewissern sich die Angehörigen selbst, dass sich auch nach ihrem Tod jemand um sie kümmert und sie nicht vergessen werden.

Wie bereits erwähnt, ist der butsudan mit den in ihm platzierten ihai der Ort der Ahnenverehrung im Haushalt. Es ist üblich, den Ahnen Opfer darzubringen, etwa in Form von Lebensmitteln und durch Entzünden von Räucherstäbchen oder Kerzen. Viele der dargebrachten Opfer werden mit der  Bitte um Schutz oder um Hilfe bei Problemen und wichtigen Unternehmungen verbunden. Hin und wieder  werden Priester beauftragt Gebete zum Wohle der Ahnen zu sprechen. Es wird angenommen, dies vervollständige weiterhin die Erleuchtung und werte die Fähigkeiten auf, die Familie zu beschützen.

Neben dem butsudan ist das haka, das Familiengrab, in dem normalerweise die Asche aller Familienangehörigen beigesetzt wird, Zentrum der ahnenbezogenen Riten und zudem wichtige Begegnungsstätte im Umgang mit den Verstorbenen. Für viele Japaner ist das haka auch ein Symbol für Zugehörigkeit und Familienbande. Meist befinden sich die Gräber auf geweihtem Boden, wie zum Beispiel auf dem zum Tempel gehörigen Grund. 

Literaturtip: Ian Reader: Religion in Contemporary Japan. Honolulu 1994.


21 Kommentare zu “Buddhistische Ahnenverehrung in Japan”

  1. Ferdinand Knauß Antworten | Permalink

    Ahnenverehrung

    Vielen Dank für diesen informativen Beitrag. Aus meiner persönlichen Erfahrung in Japan weiß ich, dass sogar japanische Christen diese Form des Ahnenkults oft mitmachen.

    Ahnenverehrung ist offenbar ein tiefes religiöses Bedürfnis. Im Christentum scheint es mir kaum befriedigt zu werden. Wie ist die Einstellng der christlichen Kirchn zur Ahnenverehrung?

    Das passt zu der allgemeinen Neigung der Japaner in religiösen Fragen nicht exklusiv zu sein. Niemand wird von Zeremonien ausgeschlossen, auch wenn er überhaupt keinen Bezug zur Religionsgemeinschaft hat. Als Christ habe ich an vielen teilgenommen, ohne überhaupt zu wissen, was sie bedeuten.
    Dass dagegen ein Pfarrer einem "heiden" wissentlich am Abendmahl teilnehmen lässt, ist wohl unvorstellbar.
    In viele islamische Heiligtümer dürfen Christen offiziell gar nicht hinein.

    Meine Frage: Gibt es für (japanische) Buddhisten so etwas wie Blasphemie? Mein Eindruck ist, dass der Buddhismus in dieser Hinsicht sehr "entspannt" ist - im Gegensatz zu den abrahamitischen Religionen

  2. Stephan Schleim Antworten | Permalink

    Ahnenverehrung & Japan

    Mich beeindruckt vor allem der unverhohlene Pragmatismus, mit dem man sich in Japan zu religiösen Strömungen bekennt: Getauft wird shintoistisch, geheiratet gerne christlich (bzw. was man darunter versteht, v.a. der schönen Zeremonie wegen) und gestorben dann buddhistisch -- sehr zur Freude der buddhistischen Mönche, denen die meisten Friedhöfe gehören.

    Ich war leider schon mehrmals enttäuscht, als ich von Asiaten etwas über Buddhismus lernen wollte und herausfand, dass es dort vor allem um Ahnenverehrung geht. Jedenfalls scheinen sich mir die interessantesten Aspekte der Lehre Buddhas darin nicht widerzuspiegeln.

  3. Mona Antworten | Permalink

    Religionen in Japan

    Von einer "Buddhistischen Ahnenverehrung in Japan" zu sprechen, ist nicht ganz richtig, wenn schon dann müsste es eher heißen: Shintoistische Ahnenverehrung in Japan.
    Die Ahnenverehrung geht nämlich auf den äußerst vielschichtigen Shintoismus zurück. Wobei man aber sagen muss, dass sich Shintoismus und Buddhismus in Japan sehr stark vermischt haben. Auch die sog. Schreine kommen aus dem Shintoismus, wobei Buddhistische Tempel und Shintoismus-Schreine in der religiösen Praxis aber oft kaum mehr zu unterscheiden sind. Der übliche Hausaltar (Butsudan) ist solch ein shintoistisch-buddhistischer Schrein, also ein Schrein in dem ein kleiner buddhistischer Tempel integriert wurde, welcher einerseits die Verehrung der Ahnen andererseits aber auch die Verbundenheit mit dem Buddhismus symbolisiert.

    Wird in Japan ein Kind geboren, ist es weitgehender Brauch, dass dem Gott des Shinto-Schreins (Kami) dieses Kind vorgestellt wird. Auch Verlobung und Heirat werden nach shintoistischem Brauch vollzogen. Die Beerdigung wird aber meist nach buddhistischem Ritus vollzogen. Der Grund könnte sein, dass es im Shintoismus eine große Angst vor spiritueller Verunreinigung gibt, welche sich auf Krankheit und Tod bezieht. Wobei aber die geistige Überlieferung des Shintoismus auch in buddhistischen Tempeln von Bedeutung ist.

    Generell gilt, dass der Buddhismus sich mit möglichen Daseinsformen im Jenseits befasst und darum langfristig-zukunftsorientiert erscheint, während der Shintoismus eher als gegenwartsbezogen und diesseitsorientiert empfunden wird.

    In Japan haben sich viele Religionen vermischt, nicht nur Shintoismus und Buddhismus, auch Daoismus (Taoismus) und Konfuzianismus spielen eine Rolle, man spricht hier von einem Synkretismus, d.h. der Vermischung von religiösen Ideen und Philosophien zu einem neuen System oder Weltbild.

    In Reiseführern über Japan steht oft scherzhaft , laut Statistik werden über 80% der Bevölkerung als Buddhisten bezeichnet, über 70% gelten als Schintoisten, knapp 1% werden den Christen zugerechnet. Das ergibt zusammen über 150% - eine statistische Unmöglichkeit. Der Fehler liegt hier in der westlichen Denkweise, die als selbstverständlich unterstellt, dass sich jeder nur zu einer Religion bekennen kann. Die Japaner finden nichts dabei, sich aus dem Angebot der Religionen und Weltanschauungen das herauszuholen, was den jeweiligen Bedürfnissen entspricht. Die meisten Japaner sind nicht tief religiös, eher pragmatisch. Religion soll in erster Linie praktische soziale Bedürfnisse erfüllen, wobei das eigentlich religiöse, die Sinndeutung menschlicher Existenz, dabei oft in den Hintergrund gedrängt wird.

    Der Shintoismus (Shinto/ Kami no michi/ Kannagara no michi = Weg der Götter) ist die japanische Nationalreligion und der Oberbegriff für verschiedene geistige Strömungen, welche die Religion Japans (Japan = Land der Götter) wesentlich beeinflusst haben. Im Shintoismus gelten die Kräfte der Natur aber auch Ahnen, Helden oder der Kaiser (Tenno) als Gottheiten bzw. als "religiös verehrungswürdig“. Die Erbfolgelinie des Kaisers führt man ja auf die Sonnengöttin Amaterasu zurück. Die Gläubigen des Shintoismus verehren insbesondere die unerschöpfliche, lebensspendende Kraft der Natur und vertrauen darauf, dass die Menschen grundsätzlich gut sind. Der buddhistische Einfluss auf den Shintoismus wird etwa in der Forderung, reinen Herzens zu sein, deutlich. Der Konfuzianismus wiederum spiegelt sich im Shintoismus im "Herz, das fünf soziale Bindungen in aufrichtiger Treue pflegt", wider.
    Neben Konfuzianismus und Buddhismus hat auch das Christentum den Shintoismus beeinflusst, indem dieser seither zwischen ethischer Schuld und religiöser Sünde unterscheidet. Der Shintoismus war lange Staatsreligion in Japan. Nach der japanischen Kapitulation im 2. Weltkrieg musste der Tenno, der Kaiser, seinen Anspruch ablegen, ein direkter Nachfahre der Göttin Amaterasu zu sein und es kam zu einer Trennung von Staat und Religion.

    Etwa im 4. Jahrhundert floss das Gedankengut des Konfuzianismus und im 6. Jahrhundert das des Buddhismus in den Shintoismus ein.

    Wobei Buddha ursprünglich nur als neue Gottheit (Kami) angesehen wurde, deren Verehrung durchaus neben der der originären Götter erfolgen konnte.

    In Japan gibt es heute eine Reihe recht unterschiedlicher buddhistischer Schulen. Ursprünglich aus Korea und China kommend entwickelte sich erst während der späten Heian-Periode (794-1185) eine eigene jap. Richtung, die des Nichiren. Aus dem Nichiren-Buddhismus (geht auf den Mönch Nichiren zurück) spalteten sich verschiedenen Richtungen ab. Heute gibt neben Zen-Schulen noch die Amidistischen Schulen: Jodo Shu und Jodo Shinshu, die "Schule des Reinen Landes".

    Der Amidismus (Amitabha-Buddhismus) ist hier besonders interessant, ist er doch die einzige Richtung des Buddhismus, in der das Vertrauen in den überweltlichen Buddha Amitabha einen zentralen Stellenwert beansprucht.

    Wohingegen sich der Zen-Buddhismus, mit seinen Schulen: Soto, Rinzai, Obaku und Fuke, recht nüchtern darstellt, d.h. hier gibt es keine Götter oder ähnliches. Zen-Anhänger verweisen oft auf folgende kleine Geschichte: Als der indische Zen-Patriarch Bodhidharma im 6. Jh. nach China kam, suchte ihn Kaiser Wu auf und fragte ihn: „Was ist die Essenz des Buddhismus?“ Bodhidharma antwortete: "Offene Weite, nichts von heilig."

    Bei uns im Westen sind eigentlich nur Rinzai und Soto bekannt, welche vom chinesischen Taoismus (Chan-Buddhismus) beeinflusst wurden und auf persönlichen Methoden der jeweiligen Zen-Meister zurückgehen.

    Die Rinzaischule wurde vom Chinesischen Zen-Meister Lin-Chi-Hsüan (jap. Rinzai Gigen) gegründet. Die Sotoschule vom japanischen buddhistischen Mönch Dogen (1200-1254).
    Beide Richtungen praktizieren das von Buddha entdeckte Zazen (Sitzmeditation). Der Unterschied zwischen beiden Schulen ist folgender: Im Rinzai übt man das Sitzen mit dem Gesicht in den Raum gewandt, während der Übende im Soto-Zen mit dem Gesicht zur Wand sitzt. Im Rinzai-Zazen liegt die Betonung mehr auf dem Kanna-Zen (Zen der Betrachtung der Worte), während im Soto-Zazen mehr das Mokusho (Zen der stillen Erleuchtung) geübt wird. Hauptunterschied zum Soto-Zen ist die stärkere Bindung des Rinzai an die Arbeit mit traditionellen Koans. "KOAN" ist ein Begriff des Zen-Buddhismus. Er bezeichnet einen - oft rätselhaften oder paradoxen - Ausspruch des Zen-Meisters, durch den der Schüler zum Nachdenken und Meditieren angeregt und so auf den rechten Weg zur Erleuchtung gebracht werden soll. Deutlich wird hier die Auffassung des Zen, dass in den existenziellen Fragen Bezeichnungen und Konzepte nutzlos sind.

    @Stephan Schleim

    Wenn Sie sich evtl. näher mit dem jap. Zen-Buddhismus befassen möchten, besuchen Sie doch das Zen-Kloster Antaiji:

    http://www.antaiji.dogen-zen.de/deu/index.shtml

    Hier finden Sie Texte (Zenklassiker) und Anleitungen (An dich) sowie Meditationshilfen (über Zazen).

  4. Katharina Böhning Antworten | Permalink

    @ Ferdinand Knauß

    Hallo.

    Den Ahnen in Japan kommt die Aufgabe zu, die Familie zu beschützen. Daher werden sie respektvoll behandelt und durch die Opfergaben versorgt. Nicht selten werden sie auch über die wichtigen Ereignisse im Leben der einzelnen Familienmitglieder unterricht, also auf dem Laufenden gehalten. Im Christlichen Glauben sieht das etwas anders aus. Zwar soll man auch dort die Eltern bzw. die Familie ehren und es wird der Verstorbenen gedacht, aber eine so enge Verbindung wie im asiatischen Raum hat sich nicht entwickelt. Am ehsten haben meiner Ansicht nach Heilige die Möglichkeit positiv auf das Leben der Menschen einzuwirken. Daher werden diese verehrt und Gebete an sie gerichtet.

    Die Blasphemie-Frage ist nicht leicht zu beantworten. Es gibt ja im Buddhismus verschiedene Wege, die zum Ziel (des Erwachens) führen können. Für Buddhisten ist es daher vielleicht nicht so schwer auch andere Religionen anzuerkennen. In Japan kommt noch hinzu, dass seit jeher auf den diesseitigen Nutzen der Rituale, auch der buddhistischen, geschaut wurde. Dies erleichtert vielleicht die situationsabhängige Zuwendung zu unterschiedlichen Religionen ohne größere Widerspruchsgefühle. Dennoch wurde auch in Japan nicht jede Neuerung der buddhistischen Lehre begrüsst oder still schweigend hingenommen. Gerade als im 12./13. Jahrhundert einige Erneuerungsbewegungen entstanden, warfen die bis dahin etablierten Schulen den neuen Bewegungen unter anderem auch Verunreinigung der Lehre vor und versuchten gegen sie vorzugehen. Inwieweit das alles jedoch als Blasphemie bezeichnet werden kann, vermag ich nicht richtig einschätzen.

  5. Katharina Böhning Antworten | Permalink

    @ Stephan Schleim

    Hallo,

    ich habe oft den Eindruck, dass Europäer Religionen sehr häufig auf theoretischer Ebene betrachten. Vielleicht hat es was mit dem christlichen Hintergrund und der Bedeutung der Bibel im Christentum zu tun oder damit, dass zu Beginn wissenschaftlichem Interesses vor allem philologisch gearbeitet wurde und das noch immer irgendwie "drin hängt".
    Auf jeden Fall verwundert es häufig, wenn für die Praktizierenden weniger das theoretische Konstrukt von Bedeutung ist als eine tatsächliche Handlung. Irgendwie vermitteln Japaner den Eindruck, ihnen sei es weniger wichtig, warum etwas wirken sollte, als das es dies tatsächlich tut. Wendet man sich nun an ebenjene, von denen man vermutet, sie könnten Licht in bestimmte Dunkel bringen und stellt dann fest, sie selbst stören dunkle Ecken kein bisschen... ja, das stell ich mir frustrierend vor. :-)

  6. Erdlicht Antworten | Permalink

    Blitz-Einfall, Ahnen essen

    Blitz (Einfall)
    ist Spannung, bzw. elektromagnetische Welle, Strahlung.
    An der Wirkung eines Blitzes auf der Erde ist wahrscheinlich Silicium beteiligt. Silicium (Feuerstein) ist neben Sauerstoff (Feuerluft) zweithäufistes chemiches Element der Erdkruste
    Wenn Meterologen vor Gewitter warnen sind im Paradies keine Lebensbäume (Sauerstofflieferanten) aufzusuchen. Dann sollte man sich auch von Buchen fern halten. Eine Warnung der Meterologen unterscheidet sich von drohen, bedrohen, Zwang ausüben. . Sie strafen auch nicht, kennen keinen Dogmatismus. Es ist eher Anregung, bspw. einen Regenschirm mit zu nehmen.
    Donner ist "Ausdehnung" der Luft, mit extremen Temperaturanstieg, dank Durchgang des Blitzes, Geschwindigkeit, damit Durchbrechung der Schallmauer. Gott= Wasser, der in Wolke (Gas, Wasser, Staub) durch Wüste führte, spricht mit Donner nicht hebräisch.

    Silicium gibt auch Pflanzenblättern, Stängeln, Knochen, Haut, Haar, Stabilität, dient dem Fettstoffwechsel. Silicium in der Mikroelektronik verwendet, usw.

    Nach Hirntod zersetzt sich das Gehirn, fließt aus Hinterhauptloch aus. Ich gehe davon aus, dass es letztlich wie alles zersetzte Fleisch ein Kolloidsystem,dh. silikatisches Mineral wird.
    So ist Leben Wechselwirkung zwischen freier Energie und Materie.

  7. Mona Antworten | Permalink

    Blasphemie

    Unter Blasphemie versteht man ja in der Regel Gotteslästerung. Da es im Buddhismus keinen Gott gibt, kann es demnach auch keine Gotteslästerung geben.

    "Glauben" heißt im Buddhismus vor allen Dingen offen sein und Vertrauen in das Unbekannte zeigen.
    Eine starre Bindung an irgendeine Religion würde demnach einem intellektuellen Selbstmord gleichkommen und als tatsächliche Form des Unglaubens betrachtet werden, da sie den Verstand vor jeder neuen Weltsicht verschließt.

  8. Noah Antworten | Permalink

    Im Hinblick auf die evolutionäre Hypothese dürfte es sehr wichtig sein, ob resp. inwiefern das (Wieder-)Auftauchen "übernatürlicher" Akteure auch kulturell bedingt sein könnte, eben synkretistisch (-> Mona). Das betrifft ja nicht nur Japan. Spielt(e) nicht z.B. der Henotheismus der hinduistischen Glaubensrichtungen eine einflussnehmende Rolle für den Buddhismus gleicher Gegenden, und über den indischen Subkontinent hinaus? Sind die (überirdischen) Bodhisattvas nicht ein besonders gutes Beispiel dafür? Die Denkungsart der Vorstellung von Brahman, Ishvara, Devas und weiteren "Akteuren" scheint mir nicht so sonderlich unvereinbar mit dem Buddhismus.

  9. Erdlicht Antworten | Permalink

    Aus dem Angebot der Religionen und Weltanschauungen wählen, erscheint mir auc angenehmer, wie eine sinnbildliche Konservendose, mit Fix- und Fertigkost,
    Des weiteren, wenn du nicht, ....dann.....Im Zweifelsfall gibt es noch Religion ohne Lehre, die von vorneherein entsprechend Freiheit im Rahmen Menschenrechte lässt, von Schutz des Individiums höher sieht, wie Lehren, Bekenntnisse, Ritual.
    Ein Gottesbild zu dem kein Beweis ist, kein, Gehirn (Denken, Fühlen, Bewusstsein, Wollen) beweis bar ist, kann meines Erachtens nicht gelästert werden. Gleiches gilt, wenn aus Staub Phantasiegestalt entworfen wird. Krishna kann doch für mich wie Pipi Langstrumpf ausgesehen haben. Beweise mal jemand Gegenteil.:-) Aber ein Hindu wird sich nmutmaßlich nicht darüber aufregen.
    ich muss wohl zugeben, dass ich mit manchen Phantasienen anderer auch überfordert bin.

    Shalom

  10. Michael Blume Antworten | Permalink

    @ Noah: Zustimmung

    M.E. ist es auch ein überaus interessantes Phänomen, dass die reine, philosophische Lehre des Buddhismus, die gerade viele Menschen im Westen so anspricht und eben die Befreiung von Dogmen und übernatürlichen Akteuren verheißt, in der religiösen Alltagspraxis kaum Bestand hat. Sie scheint auch bei westlichen Buddhisten kaum zu intergenerational stabilen Gemeinschaften und kinderreichen Familienstrukturen beizutragen, sondern eher individualistischen, Wellness-orientierten Lebensentwürfen zu entsprechen.

    Dagegen entfalten sich in buddhistischen Gesellschaften regelmäßig synkretistische Formen, die z.B. übernatürliche Akteure der Umgebung ins eigene religiöse Leben "adoptieren" und über diese wieder Familien- und Gemeinschaftsverpflichtungen zu integrieren beginnen. Was für manche westliche Suchende als eine "Verunreinigung" des a-theistischen Ideals erscheint und beklagt wird, scheint die religiöse bzw. religionsdemografische Funktionalität also zu begünstigen.

    Ganz ähnliche Entwicklungen hat ja z.B. auch der Jainismus genommen, der dem Buddhismus strukturell in vielen Aspekten sehr nahe kommt, aber wegen seiner strengeren Gebotspraxis im Westen nicht so bekannt und beliebt geworden ist. Faszinierende Religionen, in der Tat!

  11. Katharina Böhning Antworten | Permalink

    @ Mona

    Ich hatte die Frage nach Blasphemie allgemeiner verstanden, weniger als direkte Gotteslästerung sondern eher als Missachtung von Grundsätzen.

    Im japanischen Buddhismus spielt der Glauben schon eine große Rolle, im Amidismus der mit Jodo-shu und Jodoshin-shu die zahlenmäßig größte Anhängerschaft hat. In anderen buddhistisch geprägten Regionen ist die Amida-Verehrung zwar auch bekannt und wird praktiziert, jedoch nicht so ausschließlich.

    Was Götter betrifft, so gibt es sie doch auch im Buddhismus. Das wird häufig vergessen, weil sie wie alle anderen Lebewesen auch in vergänglich, d.h. dem Kreislauf der Wiedergeburten unterworfen sind. Allgemein wird, glaub ich, viel mehr gewissermaßen personenbezogen verehrt im Westen mit Buddhismus in Verbindung gebracht, seien es herausragende buddhistische Persönlichkeiten oder diverse Boddhisattvas bzw. Buddhas.

    Ich habe noch eine Bemerkung zum ersten Kommentar. Shintoismus als japanische Nationalreligion zu bezeichnen, finde ich schwierig. Eine duchgehende einheitliche Tradition, die mit diesem Begriff impliziert wird, ist nicht tatsächlich nachzuweisen. Die Verehrung von Kami war immer eine lokalen und auch zeitlichen Begrenzungen unterworfen. Eine einheitliche inhaltliche Systematik gibt es meines Wissens auch heute noch nicht. Selbst der Versuch der Regierung nach der Meiji-Restauration den Shintoismus (als Hilfsmittel zur Legitimierung des Tenno und Festigung seiner Machtansprüche innerhalb der Bevölkerung) als Staatsreligion bzw. -ideologie durchzusetzen, war beschränkte sich auf wenige Dekaden und es gibt durchaus strittige Meinungen zum Erfolg des Unternehmens.

  12. Katharina Böhning Antworten | Permalink

    @ Erdlicht

    Es ist ja zu unterscheiden zwischen individueller Religiösität und der Religion als Gemeischaftsphänomen. Ersteres gab es sicher auch in der Geschichte der Menschheit immer wieder. Aber ich denke, sie ist vor allem in unserer heutigen westlichen Gesellschaft möglich. Es erscheint zumindest als eine Alternative, dass Menschen sich ihr persönliches Gottesbild aus unterschiedlichen Aspekten verschiedener religiöser Traditionen zusammenstellen.
    Dennoch war und ist sicherlich auch heute für viele Menschen Religion ein Faktor der die Gemeinschaft zusammenhält. Für Gruppen, die sich durch ihren gemeinsamen Glauben oder gemeinsame Rituale in ihrer Zusammengehörigkeit gestärkt fühlen, ist Abkehr von besimmten Punkten ihrer Religiösität durch einzelne oder Teilgruppen verständlicherweise ein enormes Problem.

  13. Mona Antworten | Permalink

    Lieber Michael,

    vielleicht entsteht hier gerade ein neuer Synkretismus, z.B. ein neuer "europäischer Buddhismus, der das tibetische oder japanische Original nicht einfach nur überträgt, sondern dem es in Auseinandersetzung mit dem Christentum gelingt, die ursprüngliche Erfahrung Gautama Siddhartas dem Abendland in einer neuen Weise zugänglich zu machen." Um so den "individualistischen, Wellness-orientierten Lebensentwürfen zu entsprechen", von denen Du schreibst.
    Hier hätten dann auch die "übernatürliche Akteure" bereits wieder ihren Platz gefunden :-)

    Zitat entnommen von hier:
    http://www.zeit.de/2007/12/Buddhismus?page=1

  14. Mona Antworten | Permalink

    @Katharina Böhning

    „Shintoismus als japanische Nationalreligion zu bezeichnen, finde ich schwierig. Eine duchgehende einheitliche Tradition, die mit diesem Begriff impliziert wird, ist nicht tatsächlich nachzuweisen.“

    Wieso sie hier Schwierigkeiten haben, kann ich jetzt nicht nachvollziehen. Ich beschäftige mich seit Jahren mit dem Thema „Japan“ und so ziemlich alle Quellen sprechen vom Shintoismus als Naturreligion. „Parallelausdrücke zu Naturreligion sind: „Primitivreligionen“, „archaische Religionen“, „Stammesreligion“, „Elementarreligion…“:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Naturreligion

    Ich könnte Ihnen was den Begriff „Shinto“ betrifft, insofern rechtgeben, dass dieser Begriff erst im Jahre 712 in der jap. Literatur auftaucht. Der Kult als solcher existierte aber schon viel länger, d.h. „Die Wurzeln des Shintō liegen wohl in einer agrarischen Naturreligion“.

    Siehe:

    http://www.unibw.de/...kultur/religion/shintoismus

    Und:

    http://books.google.com/...ct=result&resnum=10

    Sie schreiben: „Was Götter betrifft, so gibt es sie doch auch im Buddhismus. Das wird häufig vergessen, weil sie wie alle anderen Lebewesen auch in vergänglich, d.h. dem Kreislauf der Wiedergeburten unterworfen sind.“
    M.E. sind Lebewesen keine Götter!

    Gruß Mona

  15. Katharina Böhning Antworten | Permalink

    @ Mona

    Ich glaube es handelt sich um ein Missverständnis. Auf keinen Fall widerspreche ich Ihnen, dass es sich beim Shintoismus um eine Naturreligion handelt.
    Mir kam es auf den Umstand an, das sowohl in der Frühzeit als auch heute die Kamiverehrung nicht durch ein einheitliches Glaubenssystem verbunden ist. Darum würde ich nicht von Nationalreligion sprechen, denn die Ausprägung der Verehrung ist lokal verschieden.

    Was die Götter betrifft, so kann ich Ihre Unterscheidung nachvollziehen. Unserem Denken liegt die Auffassung Götter stehen außerhalb des Lebenszyklus nahe. Buddhisten, Hinduisten und vielleicht auch andere sehen dies anders. Dort sind auch Götter im Kreislauf der Wiedergeburten eingebunden. Allerdings muss ich an dieser Stelle gestehen, dass ich mich auf diesem Gebiet kaum auskenne und daher wenig weiterführendes dazu sagen kann. Tut mir Leid.

    Besten Gruß Katharina

  16. Mona Antworten | Permalink

    @Katharina Böhning

    Vielen Dank für die nette Antwort! Eigentlich hätte ich erwartet, dass hier erst einmal der Begriff "Gottheit" abgearbeitet werden muss.

    Wie Sie schon andeuteten liegt uns die Auffassung nahe, die Götter daran stünden außerhalb des Lebenszyklus, Buddhisten und Hinduisten könnten dies aber vielleicht anders sehen.

    Der Hinduismus wird von westlichen Religionswissenschaftlern als Henotheismus bezeichnet, da alle Götter individueller Ausdruck des einen höchsten Gottes oder auch der unpersönlichen Weltenseele (Brahman) sein können. Der Hinduismus sieht den Kosmos als geordnetes Ganzes an, das vom Weltgesetz beherrscht wird. Das so genannte Weltzeitalter steht für einen Kreislauf, den Götter, Menschen und Tiere entsprechend ihres Verhaltens immer wieder bis zur Erleuchtung durchwandern. Meditation und Yoga sind Wege, um diese Erleuchtung zu erreichen.

    Auch der Hinduismus ist eine Verschmelzung (Synkretismus) von mehreren unterschiedlichen religiösen Systemen. Nämlich der altindischen Religionen ( welche z.T. Naturreligionen waren) und der Religion der vermutlich aus dem Norden eingewanderten Arier.

    Der Begriff Hinduismus bezeichnet eine Vielfalt von Religionen und Traditionen wie den Jainismus, Sikhismus, Shivaismus, Vaishnavismus usw., dabei unterscheidet man zwei grundlegende Richtungen: Zum einen gibt es die theistischen (Gott als Person) und dann die atheistischen (Gott als Energie bzw. kein Gott) Traditionen.

    Interessanterweise wird von vielen Hinduisten der Buddhismus nur als 'hinduistische Sekte' angesehen. Wobei der Hauptunterschied wohl hauptsächlich die Auffassung von Seele ist. Im Hinduismus wird das Atman, (das Ich, die Seele) von einer Reinkarnation zur nächsten 'weitergereicht', bis es im Brahman, (der kosmischen Weltenseele) aufgeht. Im Buddhismus wird das Vorhandensein eines Atman, also das individuelle Selbst, abgelehnt. Buddha wurde deshalb von seinen hinduistischen Zeitgenossen "Anattavadin" (Einer, der den Weg des Nicht-Ich geht) genannt.

    Hindu-Götter wurden in den Buddhismus zwar integriert, werden im Buddhismus aber offiziell nicht verehrt, sondern als Symbole und Personifikationen für göttliche Eigenschaften verwendet.

    Im einfachen Volksbuddhismus kann hingegen sehr wohl beobachtet werden, dass verschiedene Götter verehrt werden. Wobei ich mir hier nicht sicher bin, wo Verehrung endet und Anbetung beginnt.

    Wie schwierig es offensichtlich ist eine "synkretistische Gottheit" zu erforschen, d.h. ihre widersprüchlichen Aspekte analytisch zu trennen, wird hier an der populären jap. Gottheit Hachiman deutlich.

    http://ikga.oeaw.ac.at/Pr/Pr_Scheid.html

    Gruß Mona

  17. Erdlicht Antworten | Permalink

    Meteoriteneinschläge

    Heftige Meteoriteneinschläge, örtliche Wetter und Klimabedingungen, haben mutmaßlich zum Glauben an personifizierte Außer/Überirdische geführt. Verängstige Menschen rücken näher
    zusammen. So wird vielleicht Anlass zur ersten Verstädterung und Weiteres gewesen sein. Sicher scheint, dass es die sogenannte Reinform einer Religion nicht gibt.
    Überalll waren und sind Spaltung, unterschiedliche Überzeugung. Orientieren kann man sich nur einerseits am offiziell festgeschriebenem der Führer, anderseits an Einzelpersonen, bzw. wahrgenommene Tendenzen.

    Zum Unbekannten, welches ein Mensch nicht mit realen Sinnesorganen wahrgenommen, ertastet hat, ist streng genommen keine Anschauung mit Sinnesorganen möglich.
    Eine nicht ausgeführte Vorstellung, ist nicht existent. Rituale sind letztlich wie Jaktaktionen, also Ersatzbewegung bestenfalls mit Beruhigseffekten für den Ausführenden.

    Shalom

  18. Michael Blume Antworten | Permalink

    @ Mona: Synkretismus & Toleranz

    Liebe Mona,

    das von Dir angeführte Beispiel des Hinduismus demonstriert sehr schön die Problematik aus Synkretismus & Toleranz: Nicht nur die Buddhisten wehr(t)en sich gegen die Vereinnahmung als "nur" hinduistische Untergruppe (die zum Niedergang des ursprünglich indischen Buddhismus auf dem Subkontinent beitrug!), auch Sikhs und Jains bestehen auf einer eigenen, religiösen Identität.

    Die Strategie einer Mehrheitsreligion, Minderheiten einfach durch Eingemeindung und Vermischung zu assimilieren, lässt religiöse Vielfalt und religiösen Wettbewerb ersticken und ist auch im Alltag keineswegs so "tolerant", wie im Westen gemeinhin angenommen wird.

    Ich darf daran erinnern, dass auch im polytheistischen Rom und in Ägypten Juden und Christen schon deshalb blutig verfolgt wurden, weil sie sich der Anbetung der jeweiligen Reichsgottheiten verweigerten. Ebenso attackierten Hindunationalisten Muslime und Christen, weil diese sich eben nicht in den Mainstream assimilieren ließen. Echte Religionsfreiheit besteht dagegen darin, dem anderen auch eine eigene, unterschiedene Identität zuzugestehen: also weder auf Unterwerfung noch auf Synkretismus zu bestehen.

  19. Michael Blume Antworten | Permalink

    @ Katharina: Richtig

    Liebe Katharina,

    ich wollte Dir nur insofern Recht geben, als dass übernatürliche Akteure (inkl. Ahnen, Götter) per definition in der Tat nicht unendlich, unsterblich o.ä. sein müssen, um rituell angesprochen, angefleht etc. zu werden.

    Dass dem Eingott der abrahamitischen Religionen durch Juden, Christen, Muslime, Bahai etc. Eigenschaften zugestanden werden, die Hindus, Buddhisten oder auch altrömische, altgermanische, altägyptische usw. Polytheismen ihren Göttern nicht zuerkannten, bedeutet also nicht, dass diese keine Gottheiten verehrt hätten bzw. verehren.

    Und so richtig es ist, die theologischen Nuancen im Blick zu behalten, so klar muss auch sein, dass sich im Alltag die Grenzen oft verwischen - auch Buddhisten sich von Göttern und Bodhisattvas Erlösung erhoffen, auch Monotheisten bisweilen Ahnen, Engel und Heilige anrufen usw. Die reale Welt aus Natur und Kultur hält sich sehr selten an klare Kategorien, Evolution ist ein Prozess auf Basis oft fließender Varianten.

  20. theologie-der-vernunft Antworten | Permalink

    Kosmischer=gemeinsamer Grund der Relig.

    Hallo Herr Dr. Blume,

    vielen Dank für den Hinweis auf Karen Armstrong "Der große Umbruch", vom Ursprung der Weltreligionen.

    Doch mehr noch als beim Nachdenken der ehemaligen Nonnen und heutigen Religionswissenschafterin über die Achsenzeit und ihre verschiedenen Geisteskonzepte wird mir hier in den Beiträgen Ihres Blogs wieder klar, wo der gemeinsame Nenner liegt, den es auf neue Weise zu vergegenwärtigen gilt.

    Nur Modelle zur Moralisierung (im Sinne modernen Humanismus) oder religiösen Zufriedenstellung der Menschen zu suchen, würde m.E. zu kurz greifen. Gerade im Blog hier wird immer wieder von Agrar-, Naturreligionen oder kosmischer Ordnung am Urgrund der vielfältigen Glaubensvorstellungen gesprochen. Ob mit oder ohne geheimnisvollen Akteur dienten die verschiedenen Konzepte scheinbar eine kosmisch-natürliche Ordnung(monotheistisch auch geschichtswirksam verstanden: schöpferisches Wort, Weisheit... später Logos)zu halten, aus der sich die menschliche Verhaltenslehre erst ableitete.

    Wenn ich denke, dass es Zeit wäre, den durch die Evolutionsbiologie heute empirisch nachgewiesenen gemeinsamen Lebenssinn als genau das lebendige Wort, den Logos nachzuweisen, den wir aus dem NT kennen und dessen Bild als Guru mit Bart sich bei uns eingefleischt hat, dann kann das mündige Besinnen auf den gemeinsamen Grund der Glaubensvorstellungen und der verschiedenen kulturgerechten Umsetzungen hierzu einen Beitrag leisten.

    Ob dann Buddhistisches Zen, Tao ... oder doch mündiger Monotheismus - welcher Weg für die westliche Welt in evolutionärer Weiterentwicklung angemessen wäre, das Naturgesetz, die kosmische Ordnung bzw. die evolutionsbiologisch nachgewiesene Sinngebung als gen(esis)maximierender bzw. zukunftsgestaltende Brutpfleger auf menschliche Weise zu halten (statt sein materielles und geistiges Vermögen in einer Weise vermehren zu wollen, die den großen natürlichen Sinn verloren hat, was sich heute selbst in Wirtschaftszahlen zeigt), wäre das keine religionswissenschaftliche Rechnung?

    Gerhard Mentzel

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