Warum essen Muslime kein Schweinefleisch?

15. Januar 2011 von Michael Blume in Radiofenster

Mit einer neuen Frage vom Radioteam "Zwei auf Eins" auf RBBeins am morgigen Sonntag geht das Radiofenster auf "Natur des Glaubens" in eine neue Runde. Dabei kommt die Ausgangsfrage ganz unschuldig daher, hat es aber inhaltlich in sich: Warum essen Muslime eigentlich kein Schweinefleisch?

Inhaltlich spannnend ist die Frage schon deswegen, weil man sie leicht auch umdrehen könnte: Warum essen (die meisten) Christen Schweinefleisch? Denn das Schweinefleischverbot ist keine Neuerung im Koran, sondern geht auf - die Bibel zurück. Dort heißt es:

„Alles, was gespaltene Hufe, und zwar ganz gespaltene Hufe hat, und wiederkäut unter den Tieren, das sollt ihr essen. […] Und das Schwein, denn es hat gespaltene Hufe, und zwar ganz gespaltene Hufe, aber es wiederkäut nicht: Unrein soll es euch sein. Von ihrem Fleische sollt ihr nicht essen und ihr Aas nicht anrühren: Unrein sollen sie euch sein.“ (3. Buch Mose 11)

Die meisten christlichen Theologen vertreten heute die Auffassung, dass sich zwar Jesus streng an die jüdischen Speisegebote gehalten habe, diese jedoch mit dem Beschluss des Apostelkonzils in Jerusalem ausgesetzt worden seien:

28 Denn es gefällt dem Heiligen Geist und uns, euch weiter keine Last aufzuerlegen als nur diese notwendigen Dinge: 29 dass ihr euch enthaltet vom Götzenopfer und vom Blut und vom Erstickten und von Unzucht. Wenn ihr euch davor bewahrt, tut ihr recht. Lebt wohl! (Apg 15, 28)

Immer wieder gab und gibt es jedoch auch christliche Prediger, die das Schweinefleischverbot wieder bekräftigen wollen. Hier zum Beispiel Joel Osteen, der seine US-amerikanische Zuhörerschaft mit v.a. gesundheitlichen Argumenten davon zu überzeugen versucht.

Im Koran ist das Schweinefleischverbot schließlich wieder aufgenommen - die islamischen Speisegebote sind weniger streng als die jüdischen, aber eben strenger als die christlichen.

Verboten hat Er euch nur (den Genuss von) natürlich Verendetem, Blut, Schweinefleisch und dem, worüber etwas anderes als Gott angerufen worden ist. Wenn aber jemand (dazu) gezwungen ist, ohne (es) zu begehren und ohne das Maß zu überschreiten, so trifft ihn keine Schuld; wahrlich - Gott ist allverzeihend, barmherzig. (Koran 2,173) 

Welche Gründe wurden und werden nun aber für das Schweinefleischverbot genannt?

Es braucht wohl nicht betont zu werden, dass religiöse Traditionen rational erkundet werden können, aber nicht müssen: Die meisten Glaubenden folgen ihnen schlicht deshalb, weil sie von den überempirischen Akteuren (hier: Gott) her überliefert worden seien und benötigen keine zusätzlichen Argumente.

Da dies aber ein religionswissenschaftler Blog ist, bohren wir natürlich weiter.

Die häufigsten Argumente zum Schweinefleisch beziehen sich auf gesundheitliche Aspekte: Schweine äßen Abfall, Schweinefleisch sei zu fett- oder cholesterinhaltig, es drohten Krankheiten wie Trichinose u.a. Häufig wird dies auch im historischen Kontext betont: Beispielsweise sei Schweinefleisch in den heißen Regionen des Nahen und Mittleren Ostens ohne Kühlschränke schnell verborben. Aus wissenschaftlicher Sicht ist jedoch anzumerken, dass auch anderes Fleisch - wie Rind - Gesundheitsrisiken mit sich bringen kann - und dass sich historische Kontexte ändern. Anzuerkennen ist jedoch, dass religiöse Speisegebote generell zu bewußteren Umgang mit Speisen beitragen und dadurch durchaus gesundheitsfördernd wirken können.

Eine zweite Klasse von Argumenten betont kulturökonomische Aspekte, z.B. nach dem Anthropologen Marvin Harris: So habe der Rückgang der Wälder in der Region dazu geführt, dass zunehmend Getreide an Schweine verfüttert wurde, die im Gegensatz z.B. zu Rindern kein Gras fressen. Schwein und Mensch seien so Nahrungskonkurrenten geworden (man vergleiche die aktuellen Debatten um Energie- gegen Nahrungsmais) und das Schwein schließlich in einigen religiösen Traditionen aus Rücksicht auf die Bedürfnisse von (armen) Menschen verboten worden. Auch hier läge damit freilich nur eine historisch und regional begrenzte Begründung vor.

Eine dritte Klasse von Argumenten weist auf psychologische Konstruktionsbedingungen von Kulturen, zu denen weltweit die Unterscheidung von "Gutem" und "Schlechtem" gehört. Und gerade in Bezug auf Speisen - und hier wiederum auf Fleisch - sind wir psychologisch schnell bereit, Emotionen wie Ekel kulturell zu übernehmen. Beispiel gefällig? Obwohl es keine religiöse Begründung dafür gab oder gibt, lehnen die meisten Europäer den Genuss von Hundefleisch intuitiv ab. In China dagegen kann Hund (mit Schwanz) als Tellerspeise gereicht werden. Überprüfen Sie selbst: Was würden Sie - ob religiös oder nicht - bei diesem chinesischen Menü empfinden? Würden Sie zugreifen (ja, es ist Hund)?

Dies führt zu einer vierten Klasse von Argumenten - dem Hinweis auf ethische Aspekte. Demnach würden einige religiöse und kulturelle Traditionen "dem Menschen nahe" Tiere vor Schlachten und Verzehr schützen wollen - vorwiegend Säugetiere mit erkennbarem Schmerzempfinden wie eben Schweine, Hunde oder Affen.

Die fünfte - und aus meiner Sicht die anderen integrierenden - Argumentationsmuster betonen die evolutionär-gemeinschaftsbildenden Aspekte: Demnach dienten Speisegebote vor allem der Signalisation von religiöser oder kultureller Zugehörigkeit. Sie markierten die Grenzen zwischen (je) "Wir" und "Die", die nur mit gegenseitiger Rücksichtnahme zu überwinden sind. Gerade auch aufwändige Speisegebote gelten als "kostspielige Signale", mit denen sich Glaubende untereinander ihre verbindliche Zugehörigkeit signalisieren. Auch wer z.B. in eine fremde Stadt reise, werde sich mithin an jene wenden, die die gleichen Speisegebote befolgen - und so religiös begründete Netzwerke des Vertrauens und Verständnisses nach innen, aber auch der Abgrenzung nach außen begründen. Oder wie es ein jüdischer Freund einmal ausdrückte: "Hätten wir nicht unsere Speisegebote gehabt, hätten wir uns in den Mehrheiten aufgelöst wie ein Tropfen Milch im Wasserglas." Damit wird auch klar, warum in den o.g. biblischen und koranischen Stellen jeweils der Verzehr von "Götzenopfer" bzw. "dem, worüber etwas anderes als Gott angerufen wurde" verboten ist.

Speisegebote wie das Schweine- oder Rindfleischverbot können also gesundheitliche, ökonomische, psychologische und ethische Aspekte aufnehmen, sogar aus diesen entstanden sein. Aber entscheidend ist der gemeinschaftsbildende Aspekt - der ja gerade dann nicht funktionieren würde, wenn alle Traditionen die gleichen Speiseverbote befolgen würden! Genau deshalb werden Speisegebote immer wieder in Abgrenzung zu bestehenden Religionen modifiziert - nur so können sich die neuen Gemeinschaften festigen.

Und wenn Sie glauben, dieses Bedürfnis hätten nur Religiöse, empfehle ich den Besuch einer Veranstaltung von Menschen, die auf Rohkost schwören, Kohlenhydrate, Weißbrot oder Industriezucker ablehnen, McDonalds als Auswuchs des aus ihrer Sicht zu zügelnden "US-Imperialismus" boykottieren, sich als Vegetarier oder Veganer organisieren u.v.m. Einander relevante Überzeugungen zu signalisieren und sich über diese mit Gleichgesinnten zu verbinden ist Teil unseres Menschseins. Und damit auch Teil unserer religiösen Traditionen.

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32 Kommentare zu “Warum essen Muslime kein Schweinefleisch?”

  1. Thomas Antworten | Permalink

    Ekel

    da ich kein Lebensmittel aus Überzeugung nicht esse (nur kulturell bedingt nicht), wie jetzt die Muslime Schweinefleisch, nimmt es mich Wunder, ob sich Muslime auch so vor Schweinefleisch ekeln, wie ich mich vor Hundefleisch.

  2. H.Aichele Antworten | Permalink

    Ekel

    Den Ekel gegen Schweinefleisch, das wir hier gerne essen, den gibt's durchaus unter Moslems. Man kann wohl dies von religiöser Aversion und moralischer Empörung gegen die Schweinefresser kaum scharf unterscheiden. Das verschiebt sich natürlich mit mancher Integration, wenn sie zur Assimilation wird. Darüber kann es dann auch inner-moslemischen Streit geben. Ähnliches gab es zu gewissen Zeiten im Christentum auch.
    Ekel kann sich übrigens auch bei uns wandeln: Vor 100 Jahren noch sei auf deutschen Marktplätzen Rattenfleisch verkauft worden. Und in Kriegs-/Nachkriegszeiten konnte man sich manchen Ekel auch nicht leisten.

  3. H.Aichele Antworten | Permalink

    Noch ein Aspekt

    Gewisse Essensgebote/Verbote erscheinen mir auch wie ein OPFER: Sieh, Gott, worauf ich verzichte (weil es dir ein Gräuel ist), also wirst du mich doch (durch Nachkommen oder...) belohnen.
    Vgl entsprechendes Fasten vor besonders gefährlichen Aktionen/Krieg (das übrigens auch wiederum seine gesundheitlichen Aspekte hat - wie Verzicht auf übermäßiges Essen vor langen Autofahrten).
    Ja, auch ganz allgemein wissen viele: Ohne Anstrengung kein Erfolg. Deshalb meinen manche: wenn man sich besonders anstrengt (oder sich Schmerzen zufügt oder auf gewisse Genüsse verzichtet), sei der Erfolg schon um einiges sicherer. Und wenn das religiös gewendet wird, dann kann schon wie bei einem Opfer die Erwartung sein, dass Gott sieht: Seht, so gut bin ich, jetzt ist der dran...

  4. Michael Blume Antworten | Permalink

    @Thomas & Hermann

    Ja, das mit Ekel und intuitiver Empörung ging mir auch so, als ich den Hundeteller sah. Wie kann man nur - diese Chinesen! Da musste die Ratio erst wieder aufholen. Essenstabus sind auch bei Naturreligionen im Bezug z.B. auf Totemtiere belegt und dürften ein altes Mittel gewesen zu sein, um sich gegen die je anderen abzugrenzen.

  5. Klaus Deistung Antworten | Permalink

    Vorschrift – und dann?

    Das Nichtessen von Schweinefleisch als Gebot Gottes/Allah ist ja nur die eine Seite. Es geht ja auch um die Schlachtung von erlaubten Tieren. Dazu gab es einen FS-Beitrag, indem ein Jungunternehmer sich bemühte, Produkte unter einem Halal-Siegel „rein, erlaubt“ zusammen zuführen und weltweit zu vermarkten. Dabei geht es ihm u. a. um Kosmetika, die ja Tierprodukte enthalten können.
    Die Nahrung ist auch landestypisch abhängig. Ekel vor bestimmter Nahrung spielt nur solange eine Rolle, wie genug Alternativen vorhanden sind. Im anderen Fall stellt sich das Problem nur kurzzeitig, egal um welches Tier es sich dabei handelt. Als ein Beispiel wird gern das der Aborigines gezeigt, die fingerdicke Maden frisch gefunden auch roh essen.
    Selbst Kanibalismus gab es – denken wir auch an die verfilmte Flugzeugkatastrophe in den Bergen...
    In China hat sich ein Koch Hund bestellt – Andere haben es gekostet – der Unterschied war nicht so groß wie vielleicht gedacht. Im Fernsehen wurde in einem Beitrag über gefragtes Hundefett berichtet. Nach dem Krieg verschwand auch so mancher „Dachhase“ in der Pfanne.
    Selbst bei der zunehmenden Zahl von Naturkatastrophen wird kaum noch einer danach fragen, was er eben gegessen hat. In Indien wird von einer Menschengruppe berichtet, deren regelmäßige Nahrung u. a. aus den zahlreich vorhandenen Ratten besteht.
    Und so funktioniert das System Vorschrift nur solange, wie das Gesamtsystem Menschheit friedlich funktioniert, in „normalen“ Bahnen verläuft.

  6. Karl Antworten | Permalink

    Schweinefleisch: köstlich

    Also ich mag Schweinefleisch sehr gerne und mir fällt es wirklich schwer zu glauben, dass sich andere davor ekeln, nur aufgrund ihrer Speisege- und verbote. Aber ich muss schon sagen, es gibt dabei wirklich auch sehr skurrile Sachen. Bei streng orthodoxen Juden ist die Küche doppelt eingerichtet, einmal für milchige Produkte und einmal für fleischige Produkte. Das sind schon ziemlich strenge Gesetze.
    Bzgl. Hunde kann ich sagen, dass ich das erstmal auch nicht gern essen würde. Aber das ist wahrscheinlich Gewohnheitssache. Ich habe übrigens gelesen, dass die Chinesen als Delikatesse sehr gerne Schweizer Bernhardiner verspeisen, was die Schweizer, als sie es erfuhren, sehr empörte. Wie es mit deutschen Schäferhunden aussieht, weiß ich leider nicht. Aber in China ist man da nicht so heikel. Da löffelt man auch mal Affenhirne oder isst Schlangen, Würmer oder andere nette Sachen. Bei uns wäre das allerdings unvorstellbar.

  7. Timagoras Antworten | Permalink

    @Karl

    Also vor nicht allzu langer Zeit hab ich mal eine Dokumentation über China und dessen Essgewohnheiten. Ich glaub, es lief auf so einem Spartensender vom Ersten.
    Es war wirklich sehr interessant. Und China hat eine sehr reichhaltige und geschichtsträchtige Küche. Faszinierend, kann ich da nur sagen. Aber es gibt auch etwas, was für uns Mitteleuropäer erstmal unglaublich klingt. Beispielsweise gibt es auch heute noch Restaurants, wo man lebendige Affenhirne isst. Ich konnte das gar nicht glauben, aber tatsächlich: Ein Affe wird an einen Stuhl angebunden, er wird dann in den Speisesaal gebracht. Dann wird ihm die Schädeldecke geöffnet. Mittlerweile hat man dazu schon sehr moderne Werkzeuge. Und dann wird von den Gästen direkt mit einem Löffel das Affenhirn verspeist. Fast nicht zu glauben, oder? Na ja, andere Länder, andere Sitten. Es gab allerdings noch eine Sache, auf die ich aber nicht mehr so genau eingehen möchte. So wie man bei uns Hummer zubereitet, so werden in Teilen Ostasiens und auch Chinas Katzen zubereitet. Aber in der Pfanne. O.K., das reicht schon.
    Wie auch immer, China bietet jedenfalls eine sehr abwechslungsreiche und auch außerordentlich gute Küche. Das kann dir jeder Reisende erzählen.

  8. Jürgen Bolt Antworten | Permalink

    Chinesische Küche

    Karl: "In China ist man da nicht so heikel. Da löffelt man auch mal Affenhirne oder isst Schlangen, Würmer oder andere nette Sachen. Bei uns wäre das allerdings unvorstellbar."

    Da empfehle ich mal einen Blick in das traditionelle französische Kochbuch 'Tante Marie'.

    Stierhoden, Schnecken, Kutteln, Austern, Käse, Froschschenkel - ich kenne genügend Asiaten, die sich vor diesen Speisen ekeln. Und auch der Pfälzer Saumagen oder anderes in Schweinedärme gepreßtes Fleisch und Fett (vulgo: Wurst) ist nicht jedermanns Sache.

    Ist ja auch in Ordnung, solange man aus seinen Vorlieben und Abneigungen keine moralischen Urteile macht.

  9. Michael Blume Antworten | Permalink

    @Timagoras

    Bei Ihrer Erzählung der Verspeisung lebender Affen fiel mir ein, dass laut jüdischer Überlieferung Gott allen Kindern Noahs - also allen Menschen - Gebote gegeben habe. Alle Menschen, die sich an diese Gebote hielten, könnten Anteil an der kommenden Welt haben, weswegen Juden aktive Mission unter Nichtjuden meist für unnötig halten.

    Eines dieser Gebote bezog sich direkt darauf, nicht vom lebenden Tier zu essen bzw. Tieren nicht unnötiges Leid zuzufügen, vgl.
    http://www.de.chabad.org/...-Anweisungen-Noahs.htm

    Ob es in Zukunft wirklich einmal eine Art globales Weltethos auch in unserem Verhalten ggü. Tieren geben wird? Ich mag es hoffen.

  10. mathias Antworten | Permalink

    Religion und Geburtenraten

    Danke für den Artikel, der ist Klasse.

    Anbei, schon den Artikel aus Researchblogging gelesen?
    The inevitable rise of Amish machines

    Ausgangspunkt ist folgendes Paper..
    Religion, fertility and genes: a dual inheritance model

  11. Michael Blume Antworten | Permalink

    @mathias

    Gerne, danke für das nette Feedback!

    Und ja, Razib Khan von GeneExpression schätze ich sehr. Er ist ein bekennender Atheist aber als Genetiker eben auch bereit, wissenschaftliche Befunde zu akzeptieren.

    Hier nochmal der Link für alle, die seine Auswertung der Rowthorn-Studie lesen wollen:
    http://blogs.discovermagazine.com/...ish-machines/

    Und hier meine, ein paar Tage früher: ;-)
    How Religiosity is spreading in the gene pool - Robert Rowthorn answering Richard Dawkins

    Und hier eine deutsche Zusammenfassung: ;-)
    Vererbte Religion?

    Beste Grüße!

  12. A. Mah. Antworten | Permalink

    Oder aber ...

    ... es hat was damit zu tun das ein Schwein ein Allesfresser ist und auch Fleisch ist, und Muslime generell angehalten sind auch Tiere die andere Tiere fressen nicht zu essen.

  13. Sascha Bohnenkamp Antworten | Permalink

    A. Mah. und wie ist das mit ...

    Huhn?
    Das essen die Muslime auch nicht?

    Hühner essen nämlich u.a. Würmer.

  14. Andreas Debus Antworten | Permalink

    Kann ich diesen Blog ernst nehmen?

    Zitat: "Die meisten Glaubenden folgen ihnen schlicht deshalb, weil sie von den überempirischen Akteuren (hier: Gott) her überliefert worden seien und benötigen keine zusätzlichen Argumente.
    Da dies aber ein religionswissenschaftler Blog ist, bohren wir natürlich weiter.
    ...
    Anzuerkennen ist jedoch, dass religiöse Speisegebote generell zu bewußteren Umgang mit Speisen beitragen und dadurch durchaus gesundheitsfördernd wirken können."

    Wie kann bitte das befolgen von Geboten die ohne Grund akzeptiert werden zu "bewußterem" Umgang führen?
    Gar nicht.

    Das Problem mit Religösen und auch "kritischen" Religiösen ist das sie nach fadenscheinigen Rationalisierungen für ihren Aberglauben suchen.

    Es gibt weder den Gott von Jesus, Abraham noch Mohamed (falls die überhaupt je existierten). Peinlich das die Mehrzahl trotz Schulbildung noch den Quatsch als wertvoll und wichtig akzeptiert.

    • Sybille Antworten | Permalink

      Gott wurde einmal erdacht, um andere Menschen zu manipulieren.Um Reklemente an ihnen durch zu führen.Sie zu unterdrücken.!! Zu verdummen !! Später hat man dann vergessen das man ihn nur erdacht hat,um andere Menschen zu unterdrücken. Das hat sich in manchen Hirnen , da immer wieder wie Mantras wiederholt, es sich wie 1 Stein da fest gelegt hat. Stein statt Hirn.

  15. Michael Blume Antworten | Permalink

    @Andreas Debus

    Woher nehmen Sie die Sicherheit, dass Evolution und Leben nur auf Rationalität basieren oder basieren sollten?

    Menschen lieben, musizieren, debattieren, riskieren (usw.) auch jenseits jeder reduktiven Rationalität. Und wer nichtrationale Gründe für Kinder anerkennt (z.B. "Kinder sind ein Geschenk und Auftrag Gottes!") pflanzt sich im Durchschnitt erfolgreicher fort, vgl.
    http://www.blume-religionswissenschaft.de/....html

    Ich kann nicht erkennen, dass sich das Leben selbst bzw. der Evolutionsprozess an ausschließlich rationalen Kriterien orientiert. Woher stammt Ihre Annahme, dass es so sei oder sein sollte?

  16. Charlotte Antworten | Permalink

    Pinspire

    Ich stimme dem Ansatz der psychologischen Konstruktionsbedingungen absolut zu. Mich graust der Gedanke an Hund ganz schrecklich... ich habe übrigens das Bild so cool gefunden und es in einer meiner Pinspire-Collections gepinnt (www.pinspire.de). Hier der Link, falls es dich interessiert: http://www.pinspire.de/pin/show/63889

  17. Thomas Antworten | Permalink

    Es ist schon interessant, dass es so viele Erklärungsmöglichkeiten dafür gibt.

  18. peter rocket sawmer Antworten | Permalink

    nich so ganz

    mhh, ich habe schon hund gegessen... das machen wir bei mir auf arbeit ständig.... wir werden ja schlecht bezahlt.. naja, und da essen wir schon mal so´n hund.. oder ne katze..... je nach dem...

  19. Leser Antworten | Permalink

    sechstes Argument

    Es heißt, Mohammed stammte aus einer Nomadenkultur, die traditionell nur Kamele, Rinder und Ziegen hielt und aß.
    Schweine hielten die seßhaften Bauern, die Nichtnomaden, gegen die er sich abgrenzen wollte.

  20. Michael Blume Antworten | Permalink

    @Leser

    Vielen Dank! Das Problem mit diesem Argument bildet das frühe Israel ab, das agrarisch-seßhaft und mit Tempel versehen dennoch das Verbot von Schweinefleisch praktizierte. Ggg. müsste man also auf den Nomadismus Abrahams als gemeinsamer Wurzel verweisen.

  21. Svetlana Antworten | Permalink

    Ein guter Blogbeitrag, danke!

    Danke, dass Sie die Frage mit dem Schweinefleisch so ausführlich und wissenschaftlich dargelegt haben. Die emotionale Seite ist natürlich nicht ganz unwichtig. Das Essen von bestimmten Tieren kann für viele Menschen unvorstellbar sein. Ich habe persönlich auch einige Tiere, die ich nicht essen würde (bspw. Affen, Elefanten, Giraffen, Katzen, Hunde). Andererseits, da ich keine Vegetarierin bin, sehe ich nicht ein, warum ich über andere, die diese Tiere essen, die Nase rümpfen sollte. Tier ist Tier - entweder ich esse Tiere oder ich lasse es. Meine Devise diesbezüglich ist einfach: Solange man mich in Ruhe lässt, lass ich auch andere in Ruhe.
    Ich esse auch gern Schweinefleisch, erkenne aber ohne irgendwelche Fragen, dass Moslems und Juden es nicht tun. Wenn ich einen solchen Menschen bei mir zu Gast habe, ist es selbstverständlich für mich, darauf Rücksicht zu nehmen. Und das ist doch nicht zu viel verlangt, finde ich.

  22. Astrid Berner Antworten | Permalink

    Danke

    Hallo,

    ich wollte mich fuer den Beitrag "Warum essen Muslime kein Schweinefleisch" bedanken. Die Begruendungen sind umfangreich, klar verstaendlich und mit anschaulichen Beispielen belegt.

    Danke,
    Astrid

  23. Michael Blume Antworten | Permalink

    @Svetlana, Rami & Astrid Berner

    Vielen Dank für die freundlichen und ermutigenden Rückmeldungen! Für Menschen wie Sie blogge ich sehr gerne! :-)

  24. St.Andreas Antworten | Permalink

    Eigentlich ist die Antwort auf die Frage, warum Muslime kein Schweinefleisch essen sehr einfach!
    Wir hier in unserem Kulturkreis kennen zB: C.Darwin und aus diesem Grunde essen wir von Ausnahmen mal abgesehen, kein Affenfleisch - das waere fuer uns so eine Art Kanibalismus. Ausserdem ist ein Schwein bekanntermassen sehr intelligent - mehr, als ein Hund - , und wer moechte schon etwas essen, was inteligenter ist, als er selbst!

  25. Olaf Antworten | Permalink

    Es sind sehr interessante mögliche Gründe für den Schweinefleischverzicht der Muslime dabei.
    @St.Andreas Das würde ich nicht so unterschreiben, dass es uns nur durch die Evolutionstheorie von Darwin davon abhält Hunde oder Affen zu essen. Da müsste es andere Gründe für geben.
    Gruß Olaf

  26. Rene Antworten | Permalink

    Hallo mein lieben Leute. Gerade heute habe ich mich genau mit diesem Thema auseinandergesetzt.
    Warum kein Schweinefleisch essen? Nicht nur das Mosleme kein Fleisch essen und weil es in der Bibel so steht sind die Gründe dafür. Das Fleisch ist in der Bibel als unrein bezeichnet. Warum? Ihr könnt das selber ausprobieren. Ein Stück schönes Schweineschnitzel dann übergießt Ihr das mit Colalimonade dann eine Zeit lang warten. Das wird Euch in Staunen versetzen. Nicht das sich das Fleisch auflöst. Nein es sind Würmer im Fleisch. Guckt da mal in You Tube. Ich mag keines. mehr.

  27. Timo Limo Antworten | Permalink

    Hallo,
    aber das geilste seh ich jeden morgen beim Metzger meines Vertrauens, kommen immer die selben 10 türkische Navhbarn von mir und hauen sich schön Schweinefleisch rein, wenn sie alleine sind. Sobald einer dabei ist.Nur Hünnchen Fleisch Bitte...Wir lachen uns immer kaputt, auch mit dem jenigen. Alle wissen voneinander das sie Schweinefleisch essen, aber zusammen nicht, nur alleine. Also soviel dazu!!!! :-p

    • Michael Blume Antworten | Permalink

      Wunderschönes Beispiel für unsere auch sozial konstruierten Identitäten! :-)

      Wussten Sie, dass Maultaschen im Schwäbischen auch "Gottesbscheisserle" genannt wurden? ;-)

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