Wie Freimaurer zu vermeintlichen Satanisten “gemacht” wurden – Der Taxil-Schwindel

5. August 2013 von Michael Blume in Freimaurer

In der westlichen, derzeit vor allem aber auch noch islamischen Welt wabern bis heute Verschwörungstheorien, wonach es sich bei Freimaurern um heimliche Satanisten - Teufelsanbeter - handele. Dieses furchtbare, religionsgeschichtlich schlicht falsche Gerücht hat eine wesentliche Ursache in einem Mann, der sich selbst für einen Vertreter gnadenloser Aufklärung hielt. Mit Geburtsnamen hieß er Marie Joseph Gabriel Antoine Jogand-Pagès, doch in die Geschichte ging er mit seinem Autorenpseudonym Leo Taxil (1854 – 1907) ein. Als aggressiver Atheist, Kirchen- und vor allem Papstkritiker hatte er sich bereits einen Namen gemacht und für ein Buch über die (angeblichen) „geheimen Liebschaften von Pius IX.“ bereits eine Verurteilung auf sich gezogen. 1881 trat er der Freimaurerloge "Le Temple de l'honneur française" bei, wurde jedoch nach nur wenigen Besuchen und als „Lehrling“ wegen „unsauberen Geschäftsverhaltens“ wieder ausgeschlossen.

1884 verkündete Papst Leo XIII., staatlich wie religiös unter wachsenden Druck auch geheimbündlerischer Revolutionäre, mit der Enzyklika Humanum genus die bis dahin schärfste, kirchliche Verurteilung der Freimaurerei: Die Welt sei demnach in das „Reich Gottes“ und das „Reich des Satans“ gespalten, wobei sich letzteres unter Führung der Freimaurer formiere.

Was dann geschah, bewegt bis heute die Gemüter einer Spezialöffentlichkeit. Ersann Taxil einen Plan, um sich an katholischer Kirche und Freimaurerei zugleich zu rächen? Oder erkannte er einfach geltungssüchtig und geldgierig eine Marktlücke? War er vielleicht psychisch labil? Oder schuf er gar ein performatives Kunstwerk, um die vermeintliche Klugheit unkritischer Zeitgenossen dem Gespött preis zu geben?

 
Dieser Text ist ein Auszug aus dem sciebook "Freimaurer, Rosenkreuzer, Illuminaten", das als eBook (1,99 €) und (neu auch) als Papierbuch (9,85 €) erschienen ist.

Auf jeden Fall verkündete Taxil 1885 einer verblüfften Öffentlichkeit, er habe seinen früheren, „falschen“ Wegen abgeschworen und kehre reumütig in den Schoß der Kirche, gerne auch in ein Kloster, zurück. Dem hocherfreuten, päpstlichen Nuntius in Paris erklärte er, seine „Feder“ gerne in den Dienst Christi zu stellen und erreichte sogar eine Audienz bei besagtem Papst Leo XIII., dem er später spöttisch für seinen öffentlichkeitswirksamen Segen dankte. 

Im gleichen Jahr erschien sein erstes „Enthüllungsbuch“ mit dem Titel „Die Dreipunktebrüder“, in dem er fachlich richtiges mit grotesken Verfälschungen vermischte und die Freimaurer als Anbetende des gefallenen Engels Luzifer „entlarvte“. Das Buch wurde ein riesiger Erfolg, dem immer mehr Schriften von Taxil und bald weiterer Autoren folgten, die sich in zunehmend reich bebilderten „Enthüllungen“ zu satanistischen Ritualen und sexuellen Orgien immer weiter steigerten, schließlich gar Texte einer „Teufelstochter“ Diana Vaughan veröffentlichten. Die Geschichten aus Verschwörungstheorien, Teufelskult und Sex verkauften sich in riesigen Auflagen und wurden auch schnell mit antisemitischen Stereotypen vermischt, die Freimaurer als „Synagoge des Satans“ bezeichneten. Auch der seinerzeit gefälschte Vorwurf gegen den Templerorden, der einst zu dessen Zerschlagung und vielen Hinrichtungen geführt hatte, wurde mit Bezug auf die Freimaurer wiederbelebt: Auch sie würden, wie die Templer vor ihnen, den orientalisch-teuflischen „Baphomet“ anbeten. Über die fürstlichen Schriftenhonorare hinaus ließen sich Taxil und „Kollegen“ dabei gerne als prominente und beachtlich honorierte Vortragsredner anheuern.


Buchcover zu „Taxil-Enthüllungen“ über die Freimaurerei mit einer Baphomet-Teufelsgestalt in Pentagramm, Lichtfackel und Maurerschürze. Bild: Christophe Dioux (1895)

1896 trat Taxil sogar auf einem auch von ihm angeregten „Antimaurerkongress“ in Trient vor Hunderten Teilnehmern, darunter Dutzenden Bischöfen und weiteren katholischen Geistlichen, auf. Gegen wachsende Zweifel vor allem an der Existenz von Diana Vaughan konnte er sich dabei noch durchsetzen.

Angesichts wachsenden Gegenwindes, aber noch immer massiver Anhängerschaft ließ Taxil 1897 den fortan nach ihm benannten Schwindel endlich auffliegen: Vor einem randvollen Saal erklärte er zynisch, dass es weder Diana Vaughan noch die satanistischen Bünde je gegeben habe, von denen er seit über zehn Jahren in Schriften und Vorträgen berichtet hatte. Stattdessen habe er Aberglauben und Fanatismus vor allem der Geistlichen aufzeigen wollen, bei denen er sich zynisch für ihre Unterstützung „bedankte“.

Die Veranstaltung endete in Tumult und Polizeieinsatz und Taxil prägte in späteren Schriften den höhnischen Ausruf: „Tuons-les par le rire!“ (Töten wir sie durch das Gelächter!)

Doch nach Lachen war nicht nur den meisten derjenigen kaum zumute, die sich in die taxilschen Verschwörungswelten hatten locken und sich viel Geld aus den Taschen ziehen lassen. Auch Freimaurer hatten jahrelang unter den grotesken „Enthüllungen“ gelitten – und viele ahnten, dass diese Verleumdungen und Bilder nicht einfach wieder verschwinden würden.

Und genau so kam es: Während die großen Institutionen wie die Kirchen, Medien und Universitäten ihre „Lektionen“ aus dem Taxil-Schwindel mehr oder weniger widerwillig lernten, ließen sich die psychologisch einprägsamen satanistischen und sexualmagischen Bilder, Bücher und Fantasien nie wieder auflösen und wabern seitdem, abgelöst von ihrem historischen Kontext, durch die Verschwörungsliteraturen religiöser und esoterischer Eiferer.

Und so staunte ich nicht schlecht, als ich auch bei den Recherchen rund um die islamistischen Verkünder der „Karlsruhe-Illuminaten-Verschwörung“ auf Videos stieß, in denen der taxilische Baphomet verschiedentlich als vermeintliches „Beweisstück“ auftauchte; hier als vermeintlicher Hintergrund des bundesdeutschen Passes!

Versatzstücke des Taxil-Schwindels tauchen auch bei heutigen Fundamentalisten immer wieder auf. Hier wird „Baphomet“ angeblich auf der Rückseite eines deutschen Passes „gesichtet“. Video: „KurdishIslamicTV“ (vgl. Kap. 3.5)

Ursprünglich hatte ich angedacht, in einem launigen Kapitel anhand einer willkürlichen, symbolischen Verknüpfung von den Illuminaten und den heutigen, religionskritischen „Brights“ um Richard Dawkins (über einen leicht zu fabrizierenden Bogen über Ernst Haeckel zurück zu Giordano Bruno) die Mechanismen von Verschwörungstheorien zu erläutern. Doch in der Auseinandersetzung mit dem Taxil-Schwindel wird eben auch deutlich: So absurd Verschwörungstheorien auch sein mögen – es findet sich leider fast immer jemand, der sie glaubt und weiterträgt. Zu leicht wird des einen Spiel zu des anderen Wahn…


11 Kommentare zu “Wie Freimaurer zu vermeintlichen Satanisten “gemacht” wurden – Der Taxil-Schwindel”

  1. Sigi Antworten | Permalink

    Alternatives Lesen !

    Bevor man sich hinsetzt und die Feder schärft für einen Artikel für oder gegen die Freimaurerei, sollte man sich gründlich alternativ informiert haben. Zur Weißwäsche des Maurertums, das fleißig an der Wiedererrichtung des irdischen Tempels Salomons bastelt, bedarf es Ihres Textes nun wirklich nicht! Sie sollten auch Erich Ludendorff lesen: "Vernichtung der Freimaurerei durch Enthüllung ihrer Geheimnisse", Band 1 LG G.H.

  2. M. C. Schulte von Drach Antworten | Permalink

    Der Friedhof in Prag

    Und wer das als Roman verpackt haben möchte, liest Eco - inkl. Protokolle der Weisen von Zion. Allerdings Geschmackssache.

  3. Michael Blume Antworten | Permalink

    @Sigi

    Die von Ihnen zitierten antimasonischen und antisemitischen Verschwörungstheorien haben die demokratische Entwicklung nicht nur in Deutschland belastet, sondern im NS-Staat dann auch zu Verfolgumgen und Morden geführt. Umgekehrt haben sich nach dem Krieg auch irreguläre Logen wie die italienische P2 in rechtsextreme Umtriebe verstrickt (auch das schildere ich).

    Die Aufgabe von Wissenschaft besteht m.E. nicht darin, Feindbilder zu verstärken, sondern differenziert Wissen anzubieten. Und Ludendorff war definitiv kein Wissenschaftler!

  4. Michael Blume Antworten | Permalink

    @M.C. Schulte von Drach: Eco! :-)

    Sie werden lachen (oder vielleicht auch nicht, falls Sie es bereits gelesen haben sollten): Aber tatsächlich bildet Umberto Eco (Professor für Semiotik, Zeichenlehre) sogar ein Leitmotiv für das erste Kapitel über die Vielgestaligkeit und Wirkung von Symbolen (und Ritualen). Sein "Name der Rose" kreist ja genau um dieses Thema und auch Verschwörungstheorien nimmt er in seinen Romanen immer wieder aufs Korn.

    Ja, und auch das unsägliche "Protokoll der Weisen von Zion" wird natürlich thematisiert. Es ist ja leider traurige Realität, dass immer noch Antisemiten (z.B. rechtsextremer oder islamistischer Couleur) an dieses seinerzeit gefälschte Machwerk glauben. Wohl kaum eine Verschwörungstheorie hat bereits soviel Angst, Hass und Schaden hervorgerufen wie diese.

    Naja, ich denke nicht, mit einem sciebook und ein paar Blogposts dagegen ankommen zu können. Aber wenn es die eine oder den anderen erreicht und vor solchen V-Theorien schützt, dann wäre m.E. schon viel gewonnen.

  5. Ingo Bading, M.A. Antworten | Permalink

    Bitte differenzierter behandeln !

    Lieber Michael, Du sagst, es wäre ein "schlicht falsches Gerücht", daß Freimaurer Satanisten wären. Ok, lassen wir mal kurz die Freimaurer weg: Ist es für Dich auch ein "schlicht falsches Gerücht", daß es rituellen Satanismus gibt? Ich kann mich nicht erinnern, darüber etwas auf Deinem Blog gelesen zu haben. Bevor Du aber die Behauptung mit den Freimaurern aufstellst, solltest Du Dich vielleicht einmal mit der ARbeit der SPD-Sektenbeauftragten des Deutschen Bundestages Frau Renate Rennebach und vielen Veröffentlichungen auf ihrer Linie beschäftigen. Sie waren ein Hauptthema meines Blogs in den letzten Jahren.

    Und wenn man das getan hat, fällt es einem schwer, an schlichtweg KEINE Verbindung zwischen Freimaurerei und rituellem Satanismus mehr zu glauben. Ehrlich gesagt wünschte ich mir für diese ganze Thematik von Deiner Seite aus etwas mehr Sensibilität.

    Unter rituellem Satanismus leiden weltweit tausende von Menschen. Vielleicht sind es nicht so viele wie unter der sexuellen und sonstigen Gewalt gegen Kinder und Jugendlichen in kirchlichen Zusammenhängen leiden. Aber die Verbrechen an ihnen sind unübersehbar.

    Ich empfehle als Einstiegslektüre "Vater unser in der Hölle".

    Den schwer verständlichen Fall Leo Taxil als Einstiegslektüre zu wählen, ist natürlich hochgradig diskussionswürdig. Was will derjenige, der das tut, den Lesern damit sagen?

    NACHDEM ich mich sehr tief in das Thema rituellen Mißbrauch in der HEUTIGEN Zeit eingearbeitet hatte, tauchte natürlich auch bei MIR die Frage auf: Ja, sollte dann nicht auch das stimmen, was Leo Taxil behauptet hat?

    Ehrlich gesagt, finde ich es schwierig, zu diesem Thema wirklich vernünftige Literatur zu finden. Auch Du nennst keine. Aber schließlich bin ich doch auf eine Studie gestoßen, die äußerlich so tut, als würde sie Leo Taxil nur als einen Schwindler halten, die aber, wenn man sie genau liest, viel von dem BESTÄTIGT, was Leo Taxil gesagt hat.

    Das habe ich hier mal herausgearbeitet:

    http://studgenpol.blogspot.de/...rschung-sagt.html

    Und ich wünschte mir darüber einmal eine gründliche Auseinandersetzung, bevor so oberflächlich darüber hingeschrieben wird wie von Dir hier und von unzähligen anderen.

    Michael, normalerweise kenne ich Dich, was solche Themen betrifft, als einen besseren Rechercheur und als einen ausgewogeneren Beurteiler.

    Ich kann mich an früheren Diskussionen über religiösen Mord in der Antike und in außereuropäischen Kulturen mit Dir erinnern, an denen ich nichts auszusetzen fand. Also sollte man sich auch die Möglichkeit offen halten, daß es religiösen Mord auch in heutiger Zeit in Europa gibt und in Kulturen, die von Europa abstammen.

    Religiöser SEELENMORD in diesen Kulturen ist ja nun schon seit einigen Jahren allzu deutich nachgewiesen.

  6. Michael Blume Antworten | Permalink

    @Ingo Bading

    Lieber Ingo,

    selbstverständlich befasse ich mich in obigem Buch auch mit Querverbindungen von Satanismus und Freimaurerei, die es in Einzelfällen durchaus gab. Nur ist es historisch völlig unhaltbar, “den“ Satanismus mit “der“ Freimaurerei verknüpfen zu wollen - da landet man in ähnlichem Morast wie mit den gleichen Verbindungsversuchen zum “Weltjudentum“ oder Nationalsozialismus. Echte Geschichte ist nie so einfach wie Verschwörungstheorien uns weismachen wollen.

    Leider ist Dein Blog ein beklemmendes Beispiel dafür, in welche Verwirrung solche Verschwörungstheorien führen. Ich wünsche Dir sehr, dass Du da wieder herausfindest bzw. andere nicht mit hinein ziehst.

  7. Dr. Webbaer Antworten | Permalink

    Herr Dr. Blume

    Lieber Webbär, dies ist mein Blog und Ihre Kommentare sind nach fortgesetzter Trollerei und mehreren Ermahnungen meinerseits hier schlicht nicht mehr willkommen (wie in vielen anderen Blogs auch). Punkt. Und, nein, ich diskutiere nicht mehr mit Ihnen darüber. Wenn Sie in Zukunft einmal gelernt haben sollten, sich menschlich konstruktiv zu verhalten, kann sich das wieder ändern. Bis dahin werden Sie konsequent gelöscht. Trotzdem Ihnen alles Gute. Beste Grüße, Michael Blume

  8. Wegdenker Antworten | Permalink


    »In der westlichen, derzeit vor allem aber auch noch islamischen Welt wabern bis heute Verschwörungstheorien, wonach es sich bei Freimaurern um heimliche Satanisten - Teufelsanbeter - handele.«

    Das wundert mich jetzt ein wenig, in der islamischen Welt?
    Es gibt, soweit ich weiß, nur ein Land, in dem es überhaupt Freimaurer im nennenswerten Umfang gibt: Die Türkei. Sonst sind mir nur einige in Ägypten usw. bekannt, also dort, wo es früher mal französische Kolonien gab.

    »in dem er fachlich richtiges mit grotesken Verfälschungen vermischte«

    Das ist wohl einer der effektivesten Methoden, irgendwas plausibel zu machen: Es so stark mit anderen, klareren Tatsachen zu verknüpfen, bis man eine zwingende Verbindung herstellen kann.
    Wenn sich ein Neuling dann langsam in die Thematik einarbeitet, wird er zunächst viele Behauptungen bestätigt finden, was die Vertrauenswürdigkeit und Plausibilität der Quelle erhöht.

    »Stattdessen habe er Aberglauben und Fanatismus vor allem der Geistlichen aufzeigen wollen, bei denen er sich zynisch für ihre Unterstützung „bedankte“.«

    Wenn ich Ihrer Version hier folge, dann sieht als haben Sie sich Ihre Frage selbst beantwortet: Weder war Taxil "verrückt", noch Geltungssüchtig (vielleicht schon ein bisschen), noch aufs Geld aus, nein: Er war wohl eine Art "Enthüllungsjournalist", der die Leichtgläubigkeit seiner Zeitgenossen bloßstellen wollte.

    Es wäre natürlich auch denkbar, dass er wirklich Geltungssüchtig war und sich mit dieser Nummer für immer in das Gedächtnis der Welt einbrennen wollte oder später ein schlechtes gewissen bekam. Nur das mit dem Geld scheint nicht mehr sehr plausibel. Demnach hätte er ja eine sehr gute Geldquelle zum Versiegen gebraucht. Das wäre nur zu erklären, wenn man zusätzlich noch ein schlechtes Gewissen oder Angst vor dem Auffliegen animmt.
    Eine zehn Jahre dauernde "wahnhafte Störung" wäre mit nicht bekannt.

    »Zu leicht wird des einen Spiel zu des anderen Wahn…«

    Da wäre ich sehr vorsichtig. Nicht alle Verschwörungstheoretiker haben echte Wahnerlebnisse.
    Die Psychologie von Verschwörungstheorien ist noch ziemlich schlecht erforscht, denke ich. Das Problem wird auch eher von Politikwissenschaftlern oder Historikern untersucht.

  9. Wegdenker Antworten | Permalink

    Leider muss ich sagen, dass mein Wissen auf diesen Gebieten grenzen hat und ich möchte daher jeden Auffordern, das, was ich sage, ruhig zu prüfen, eher er es für sich übernimmt.

    @Herr Blume

    nach dem Krieg auch irreguläre Logen wie die italienische P2 in rechtsextreme Umtriebe verstrickt (auch das schildere ich).

    Vorab: Das soll jetzt keine Weißwäscherei sein. Natürlich sind auch Mauerer allein wegen der Maurerei keine moralisch besseren Menschen, auch wenn sie sich vornehmen, welche zu werden.

    Das ist genau das Problem mit der "irregulären" Freimaurerei: Im Prinzip darf sich jeder Freimaurer nenne. Sogar die Leute hier im Kommentarstrang könnten sich so bezeichnen. Kein Problem. Regulär ist dabei eine Art "Gütekriterium" und bedeutet, von der Großloge von England anerkannt. Das inhaltet dann die Anerkennung der "alten Pflichten".
    Es gibt aber auch einige Probleme damit, so müssen die Maurer gesund und mit gutem Leumund behaftet sein, sie müssen an ein höheres Wesen glauben. Frauen haben (auch wenn es nicht in den Alten Pflichten steht) keine Möglichkeit, Maurer zu werden, höchstens indirekt als Frau eines Maurers.
    Eine andere Großloge wäre wohl der "Große Orient" aus Frankreich. Dort gibt es wohl auch Orden, die Frauen und Atheisten als Mitglieder zu lassen usw.usf.

    Sonst kann sich im Prinzip jeder Satanist (auch wenn mir solche Fälle nicht bekannt wären), Mafioso oder sonstige Verein "Freimaurer" nennen. Daraus folgt natürlich das Problem, dass man nicht alles, was ein selbsternannter Freimaurer sagt oder tut als "freimaurerisch" anerkennen darf. Zumal sogar die Reguläreren Freimaurer niemanden Vorschriften in dem, was er glauben soll, machen.

    Neben den "Freimaurern" gibt es ja noch verschiedene andere Organisationen, die esoterisch und/oder carritativ aktiv sind: Odd Fellow, die mesmerischen Orden (die wohl heute nur noch historisch sind) usw.usf.
    Und die Rosenkreuzer, mit denen es wohl auf den Kontinent einige Überschneidungen mit den Freimaurern gab.

    Aleister Crowley soll zeitweise wirklich Mitglied in einem "hermetischen Orden" ("Hermetic Order of the Golden Dawn") gewesen sein, der auch Teile von Freimaurerei und Rosenkreuzertum übernahm. Der Orden selbst ist aber keineswegs satanisch, sondern nur mystisch-esoterisch, zumindest soweit ich recherchiert habe.

    Ich könnte mir vorstellen, dass viele Leute das alles in einen Kopf werfen. Dann kommt natürlich kein stimmiges Ganzes heraus und man muss wieder einiges Weglassen, um eines zu konstruieren.

    So, jetzt genug gelangweilt, bis dann!

  10. Michael Blume Antworten | Permalink

    @Wegdenker

    Lieben Dank für die konstruktiven Fragen, auf die ich gerne eingehe.

    1. Es ging ja gerade darum, dass antimasonische Verschwörungstheorien in islamisch geprägten Ländern sehr viel weiter verbreitet sind als die Freimaurerei selbst. Auch das ist dabei kein neues Phänomen - die Angst vor einer Verschwörung der "Illuminaten" breitete sich im 19. und 20. Jahrhundert über Frankreich in die USA aus, obwohl es dort nie Ableger dieser kurzlebigen, deutschen Gründung gab.

    2. Taxil: Das sehe ich im Grundsatz ähnlich. Wenn Verschwörungstheorien bereits massiv wabern, finden sich früher oder später immer auch Leute, die diese durch vermeintliche Bestätigung "bedienen" - und damit Ruhm und auch Geld erlangen. Auch der Ihrerseits erwähnte Crowley gehörte m.E. in diese Kategorie und wird daher in obigem Buch mit-behandelt. Als ein zufälliges Resultat nur persönlicher Psychosen kann man diese Phänomene m.E. nicht abtun.

    3. Ja, zentrale Begriffe wie "Freimaurer", aber auch "evangelisch", "islamisch", "christlich" u.ä. sind eben nicht "geschützt" und können für allerhand Zwecke ge- und missbraucht werden. Auch deswegen sollte Wissenschaft je hingucken und differenzieren. Die Loge P2 wurde seinerzeit sogar von ihrer italienischen Großloge ausgeschlossen - dennoch werden ihre Taten gerne verschwörungstheoretisch "den Freimaurern" zugerechnet. Mir war wichtig, auch das aufzuklären.

    4. Ja, Rosenkreuzer und Illuminaten bildeten ursprünglich separate Traditionen, vermischten sich jedoch auch historisch mit (einigen) Freimaurern und werden in der populären Wahrnehmung häufig ineins gesetzt. Deswegen habe ich diese drei Bewegungen auch je gesondert vorgestellt.

    Besten Dank für Ihr Interesse! :-)

  11. oggumen Antworten | Permalink

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