Tierschutz im Wahlkampf

20. August 2009 von Björn Lohmann in Tierschutz

Wahlkarte Tierschutz (Quelle: Screenshot www.tierschutzbund.de

Letzte Woche habe ich den Wahlkompass Umweltpolitik von Greenpeace vorgestellt. Ein ähnliches Feld hat nun der Deutsche Tierschutzbund bearbeitet und die Positionen der großen Parteien zu Fragen des Tierschutzes zusammengefasst. Neben manchem Erwarteten gibt es auch hier einzelne Überraschungen.

Die Tendenzen konnte man auch in diesem Fall ahnen. Erstaunt war ich dennoch, dass die CDU, die mit der Kanzlerin immerhin eine ehemalige Umweltministerin an prominenter Stelle führt, sich nicht nur nicht mit Fragen des Tierschutzes befasst, sondern darauf angesprochen sogar weitgehend alle Forderungen des Deutschen Tierschutzbundes ablehnt.

Gerade als Wissenschaftler mag man zwar speziell die Forderung nach einem Totalverbot von Versuchen an Affen skeptisch betrachten – nicht einmal die Grünen unterstützen diese Forderung –, aber die Notwendigkeit einer Novelle des Tierschutzrechtes sollte in Anbetracht der aktuellen Rechtslage auch der CDU einleuchten.

Über den Tierschutz hinaus von Interesse ist die Frage nach der Einführung eines bundesweiten Verbandsklagerechts. Viele gemeinnützige Organisationen verlangen schon lange und mit guten Argumenten danach. Bei der CDU stoßen sie selbst im Wahlkampf auf taube Ohren. Aber wer würde auch schon wollen, dass die Bürger von Politik und Industrie verantwortungsvolles Handeln einklagen könnten?

Bildquelle: Screenshot www.tierschutzbund.de


14 Kommentare zu “Tierschutz im Wahlkampf”

  1. Karl Bednarik Antworten | Permalink

    Tierschutz

    Man sollte gelegentlich darauf hinweisen, dass die Tiere einander gegenseitig auch nicht schützen.

    Katzen quälen rein sportlich Mäuse zu Tode, und Killerwale machen das selbe mit den Robben.

    Noch viel schlimmer machen es die Schlupfwespen mit den Raupen, oder der Malaria-Erreger mit den Menschen.

    Nur die Stärksten überleben, und mit etwas Glück sind das wir.

    Mit etwas Pech werden wir von den Ratten gefressen.

  2. Mona Antworten | Permalink

    @Karl Bednarik

    Kommen Sie schon Herr Bednarik, ein solches Zitat ist doch nicht wirklich ernst gemeint: "Nur die Stärksten überleben, und mit etwas Glück sind das wir."
    "Mit etwas Pech werden wir von den Ratten gefressen." Nun ja, die Dinosaurier sind zwar schon ausgestorben, aber zu ihrer Zeit trumpften sie mächtig auf:
    http://www.youtube.com/...1k9Q&feature=related

  3. Karl Bednarik Antworten | Permalink

    Zu ihrer Zeit

    Zu ihrer Zeit trumpften sie mächtig auf.

    Na,ja, es geht eben darum, unsere Zeit unbegrenzt zu verlängern.

    Wir sind von Feinden umgeben, manche sind groß, und leicht zu erledigen (z.B.: Großraubtiere), und manche sind klein, und schwer zu erledigen (z.B.: Viren).

    Das ist in der Natur völlig normal, denn jede Lebensform kann von jeder anderen Lebensform gefressen oder verdrängt werden.

  4. Björn Lohmann Antworten | Permalink

    Nicht schützen ist nicht ausrotten

    Ich glaube nicht, dass sich in der Natur viele Beispiele finden, wie ein Tier einem anderen sinnlos Leid zufügt - das kostet schließlich Energie, und die setzen Tiere aus Überlebensgründen nur sinnvoll ein.

    Davon abgesehen ist es ein großer Unterschied, ob eine Art eine andere "quält" (wie die Katze die Maus, wobei die Qual wohl nicht die Intention ist, sondern Langeweile, Spiel- oder Jagdtrieb ursächlich sind), oder ob man (wie der Mensch) ganz Arten ausrottet. Denn im Tierschutz geht es ebenso um Arterhaltung wie um Einzeltiere.

  5. Karl Bednarik Antworten | Permalink

    Nicht vom Menschen

    Mehr als 99,9 % aller Tier- und Pflanzenarten wurden in den letzten 500 Millionen Jahren von anderen Tier- und Pflanzenarten ausgerottet, und nicht vom Menschen.

    Keine Person, und keine Firma, geht hin, und sagt: "Jetzt rotten wir eine Tierart aus", denn das würde keinen Profit einbringen.

    Bei der Anophelesmücke wäre das aber gar kein Fehler.

  6. Björn Lohmann Antworten | Permalink

    @Karl Bednarik: Artensterben

    Herr Bednarik, Sie schreiben: "Mehr als 99,9 % aller Tier- und Pflanzenarten wurden in den letzten 500 Millionen Jahren von anderen Tier- und Pflanzenarten ausgerottet, und nicht vom Menschen."

    Artensterben hat es immer gegeben, ohne Zweifel. Ursächlich dabei waren aber vor allem:
    a) dramatische globale Veränderungen - die sich über Hunderttausende von Jahren gezogen haben, nicht wie heute über Jahrzehnte.
    b) die Evolution, indem sich eine Art nicht als hinreichend fit erwiesen hat. Dann ist aber meist eine andere Art an ihre Stelle getreten, sprich: die Vielfalt hat nicht abgenommen.
    c) in ganz wenigen Fällen Fressfeinde. Da die ohne Futter aber aufgeschmissen sind, entstehen hier in der Regel Gleichgewichte und keine Vernichtung einer Art.

    Sie schreiben auch: "Keine Person, und keine Firma, geht hin, und sagt: "Jetzt rotten wir eine Tierart aus", denn das würde keinen Profit einbringen."

    Da möchte ich widersprechen. Prominentes Beispiel ist die Überfischung der Meere. Verschiedene Arten befinden sich am Rand des Aussterbens, doch sie werden weiter mit extremen Mitteln befischt. Den Fischereikonzernen sollte klar sein, dass das auch wirtschaftlich nicht nachhaltig ist, aber bevor jemand anderes die letzten Fische fängt, macht man das halt selbst. Schließlich zählt kurzfristige Konzernrendite, nicht langfristige Arbeitsplatzsicherung.

  7. Karl Bednarik Antworten | Permalink

    Kein Grund zur Besorgnis

    Kein Grund zur Besorgnis.

    Sobald etwa 99 % aller Fische verbraucht sind, geht die Fischerei-Industrie ganz von sebst zu Grunde.

    Dazu sind weder Superman noch Greenpeace erforderlich, denn das macht alleine schon die Kosten/Nutzen-Relation.

    Die Menschheit ist bestimmt fit genug, um das zu überleben.

  8. Björn Lohmann Antworten | Permalink

    Es trifft ja nur die anderen...

    Kein Grund zur Besorgnis, Herr Bednarik? Für eine Milliarde Menschen ist Fisch die Haupteiweißquelle, der Weltverbrauch pro Jahr lag schon 2003 bei 132 Millionen Tonnen, ist seitdem gestiegen, und die Alternative, nämlich Nahrungsproduktion an Land, hat durch den Klimawandel immer weniger fruchtbare Böden zur Verfügung.

    Ist es nicht ziemlich egoistisch, ein Problem dieser Größe zu ignorieren, nur weil man selbst davon wenig betroffen ist?

  9. Karl Bednarik Antworten | Permalink

    Die Anderen

    Ist es denn nicht immer so, dass es in der Evolution die "Anderen" trifft.

    Entweder du bist dabei, oder du bist tot, und eventuell schmackhaft.

    Entweder wir fressen alle, oder alle fressen uns.

    Traue keinem, der hinter dir raschelt.

    Wenn man von den "Anderen" überhaupt sprechen kann, dann hat man bereits auffällig lange überlebt.

    Es ist etwas weniger an Dummheit, es ist ein wenig mehr an Instinkt.

  10. Mona Antworten | Permalink

    @Karl Bednarik Nihilistisches Weltbild?

    „Ist es denn nicht immer so, dass es in der Evolution die "Anderen" trifft.“
    Ja, nur wenn unser Ökosystem zusammenbricht, sind auch wir betroffen. So wie die "Anderen", die in der dritten Welt leben, heute schon betroffen sind. Argumentieren Sie eigentlich aus einer bestimmten Weltanschauung heraus? Sind Sie Anhänger des Nihilismus, oder ähnliches?

  11. Karl Bednarik Antworten | Permalink

    Keine Sorge

    Wenn unser Ökosystem zusammenbricht, dann etabliert sich danach sofort ein anderes Ökosystem.

    Das ist bereits öfter passiert.

    Weltanschauung habe ich keine, denn ich bin nur eine mehrzellige Lebensform.

    Weltanschauungen sind meiner Meinung nach Zeitverschwendung.

  12. R.R. Antworten | Permalink

    Recht des Stärkeren als ethische Norm ?

    Nirgendwo außer in unserem Umgang mit Tieren akzeptieren wir das "Recht des Stärkeren" als moralische Richtschnur.
    Warum sollte das Prinzip nur hier Gültigkeit besitzen ?
    Der Mensch hat eine Entscheidungsfreiheit,Tiere nicht, und deshalb tragen wir für unser Handeln eine größere Verantwortung als die Katze
    und der Killerwahl.

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