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Sibirische Kälte, Vahrenholt

Stefan Rahmstorf | 03. Februar 2012, 12:00

Die derzeitige Wetterlage ist sehr interessant – entspricht sie doch dem, was als Folge der schwindenden Eisdecke in der Arktis vorhergesagt wurde. Im Dezember 2010 haben wir den Mechanismus hier in der KlimaLounge erklärt (Werden Winter kälter?). Hier die damals gezeigte Grafik:

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Die deutsche Lust am Untergang und der Klimawandel

Stefan Rahmstorf | 05. Januar 2012, 16:30

Die "deutsche Lust am Untergang" ist eine beliebte Argumentationsfigur, kann man damit doch z.B. das physikalische Phänomen des Klimawandels in ein nationales psychologisches Problem umdeuten. In der letzten Sendung des "philosophischen Quartetts" wurde im ZDF diese angebliche Lust am Untergang wieder einmal ausgiebig strapaziert (Dank an Carl-Friedrich Schleussners Artikel für den Hinweis darauf). Gleich zu Beginn der Sendung sagt Studiogast Prof. Gerd Ganteför aus Konstanz:

Es werden die negativen Folgen des Klimawandels in Deutschland stark übertrieben, und das hat irgendwie so etwas Deutsches an sich, weil im Ausland passiert das nicht.

Wir wollen das hier einmal ein klein wenig empirisch betrachten. Zunächst fällt auf, dass kurz nach dieser Sendung 193 Staaten (also praktisch alle Staaten der Erde) in Durban ein Dokument verabschiedet haben, das mit folgendem Satz beginnt: » weiter

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Wahrheitsfindung im philosophischen Quartett

Anders Levermann | 25. Dezember 2011, 10:07

Gastbeitrag von Carl-Friedrich Schleussner -

Der Physiker Gerd Ganteför, dessen Buch “Klimawandel - der Weltuntergang findet nicht statt” hier in diesem Blog anfang des Jahres besprochen wurde, war vor kurzem im Format "Das Philosophische Quartett" von Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski zu Gast (Die Sendung des ZDF vom 27.11.2011 ist hier abrufbar). Dort diskutierte Gerd Ganteför in seiner Rolle als "polarisierender Nanowissenschaftler" (so das Porträt der ZDF Homepage) gemeinsam mit dem Autor Frank Schätzing und den beiden Gastgebern unter dem Titel "Klimawandel - ein Glaubenskrieg? Wahrheitsfindung zwischen Wissenschaft und Ideologie".
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Venedig, Meeresströme und Medien...

Stefan Rahmstorf | 29. November 2011, 14:05

Heute ist in der Zeitschrift mare mein Artikel über Venedig und den Anstieg des Meeresspiegels erschienen. Die Stadt Venedig ist in vieler Hinsicht einzigartig, aber ihr Kampf gegen die immer häufigeren Überschwemmungen dürfte auch vielen anderen Städten in diesem Jahrhundert bevorstehen.

Mein Artikel ist online frei zugänglich - wer allerdings die Fotos sehen möchte (von 6x6 Mittelformatnegativen - hier zeige ich nur den "Ausschuss"), der sollte auf jeden Fall einen Blick in das gedruckte Heft werfen. Dafür ist die Online-Fassung des Textes korrekt, während sich in der Printfassung beim Redigieren durch die Redaktion leider einige Fehler eingeschlichen haben.

Am gravierendsten für mich war dabei, dass ich über die Ergebnisse einer Expertenkommission der holländischen Regierung berichtet hatte, die auf "bis zu 3,50 Anstieg bis zum Jahr 2200" gekommen war. Es handelte sich also um die Obergrenze einer breiten Unsicherheitsspanne, denn niemand kann heute genau den künftigen Anstieg vorhersagen (siehe die Übersichtsgrafik hier). Doch in der gedruckten Fassung hieß es auf einmal apodiktisch, dass "der Meeresspiegel im Jahr 2200 dreieinhalb Meter höher sein wird als heute".

Wer als Klimaforscher solche unsauberen und übertriebenen Statements macht, verspielt sofort seinen guten Ruf, daher achten wir immer peinlich darauf, dergleichen zu vermeiden. Doch leider passiert es manchmal, dass ein Journalist die Aussagen dann etwas "knackiger" macht und verschärft. Immer wieder hatte ich im Laufe der Jahre damit zu kämpfen (ein Beispiel siehe hier). Ich erinnere mich noch an mein erstes (und letztes) kleines Spiegel-Interview (1999), wo es um die Risiken eines Versiegens des Nordatlantikstroms ging. Auf die Spiegel-Frage "Droht Europa nun eine neue Eiszeit?" hatte ich  mit "Sicher nicht." geantwortet, gefolgt weiteren Erläuterungen. So stand es auch in der von mir autorisierten Fassung - im gedruckten Heft waren die Worte "Sicher nicht" dann weg.

Auf Überschriften oder Zwischenüberschriften der eigenen Artikel hat man meist auch keinerlei Einfluss - auch den mare-Titel meines Artikels habe ich erst als fait accompli gesehen (ich wollte den Beitrag einfach "Acqua Alta" nennen, so wie die Einheimischen die Hochwasser in Venedig bezeichnen). Noch ein Beispiel: in der aktuellen Ausgabe der ZEIT erläutern vier Forscher die wichtigsten neuen Ergebnisse des abgelaufenen Jahres - da taucht über meinem Beitrag die Überschrift "Der IPCC untertreibt" auf. Mancher könnte daher meinen, ich unterstelle dem IPCC eine Untertreibungsabsicht. Dabei hat der IPCC den damaligen Kenntnisstand völlig korrekt wiedergegeben. Durch die im Beitrag erwähnte neue Studie hat sich aber inzwischen herausgestellt, dass unsere bisherigen Klimamodelle die Abnahme der Eisdicke in der Arktis stark unterschätzen.

Nicht zuletzt die Frustration darüber, in den klassischen Medien keine Kontrolle über das Endprodukt zu haben, hat mich dazu gebracht, lieber zu bloggen als Zeitungen meine Artikel anzubieten. Und doch ... einige meiner eigenen Bilder in mare abgedruckt zu sehen, das hat meinem Fotografenherzen einen lange gehegten Traum erfüllt!

Links:

Meeresspiegel-Webseiten des PIK

KlimaLounge: Konferenztod in Venedig

Update 30.11.: Zur Leserfrage unten hier die Meeresspiegeldaten für Venedig und Triest aus Carbognin et al. (2010).



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Eine neue Klimawette + Update

Stefan Rahmstorf | 07. Juni 2011, 18:15

Gestern habe ich Fritz Vahrenholt, Manager in Diensten von RWE, die folgende Wette für einen guten Zweck angeboten. Ich wollte wissen, wie ernst ihm seine Prognose einer kommenden Abkühlung ist - ob sie ihm einen Einsatz wert ist.  » weiter

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Es winkt die RWE-Lobby

Stefan Rahmstorf | 23. Februar 2011, 21:45

Bislang herrscht in Deutschland unter den Entscheidungsträgern in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ein erfreulicher Konsens, Klimaschutz sachlich fundiert auf der Grundlage seriöser Wissenschaft zu diskutieren. Anders in den USA: dort hat sich etwa die konservative "Tea Party" Bewegung auf die Fahnen geschrieben, dass der anthropogene Klimawandel ein Hirngespinst ist, und maßgebliche Teile der Wirtschaft machen Lobbyarbeit mit dubiosen "Klimaskeptiker"-Thesen.

Greift dies nun auch auf Deutschland über? Das legt unter anderem ein "Essay" von RWE-Manager Fritz Vahrenholt in der Welt nahe (Die kalte Sonne, 22.12.2010). Es ist ein außerordentliches Lehrstück der Verdrehung wissenschaftlicher Fakten, das eine genauere Betrachtung lohnt.

Normaler, kalter Winter

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Ganteförs Laienklimatologie

Anders Levermann | 15. Februar 2011, 08:56

Gastbeitrag von Carl-Friedrich Schleussner -

Glückliche Eisbären an Karibikstränden scheinen im Moment en vogue zu sein, so auch auf dem Einband des bei Wiley-VCH erschienen Buches  “Klima - der Weltuntergang findet nicht statt” von Prof. Dr. Gerd Ganteför.

Gerd Ganteför ist Physiker und Professor für Clusterphysik an der Universität Konstanz und beschäftigt sich eigenen Angaben zufolge darüber hinaus mit Klima- und Energiefragen, ohne jedoch selbst in diesem Fachbereich wissenschaftlich tätig zu sein.

Dass das Buch bei einem renommierten Fachbuchverlag erschienen ist, lässt auf eine interessante Lektüre hoffen, auch der Klappentext verspricht “wissenschaftlich fundierte Aufklärungsarbeit”. Doch diese Hoffnungen werden schnell enttäuscht. Schon in der Einleitung stellt Ganteför die Warnungen vor unkontrollierbaren Folgen des Klimawandels direkt in eine Reihe mit biblischen Strafen und konstatiert: “ Oder ist es vielleicht doch so, [...] dass der Mensch nur gerne glaubt, dass etwas Gutes schlechte Folgen hat.” Das “Gute” sind dabei natürlich “praktisch alle Dinge, die in der Konsumgesellschaft Spaß machen”.
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Die Jahrtausendwinter - Ente

Stefan Rahmstorf | 03. Dezember 2010, 11:30

Im Internet aber auch in seriösen Medien geistert die These herum, Forscher hätten einen "Jahrtausendwinter" für Europa vorhergesagt. Was ist dran? Nichts - kein Forscher hat dergleichen vorhergesagt. Es ist die Erfindung einer polnischen Boulevardzeitung. Die Geschichte ist ein spannendes Lehrstück über die heutige Medienwelt.

Von Stefan Rahmstorf und Olivia Serdeczny

Einige Male hatten wir schon davon gelesen, am Mittwoch wurden wir sogar vom heute journal danach gefragt: nach dem angeblich kältesten Winter des Jahrtausends, den (je nach Quelle) mal russische, mal polnische Klimaexperten oder auch Meteorologen vorhergesagt haben sollen. Anstoß genug, der Story einmal nachzugehen.

Nach etwas Googeln ist auch schnell die Quelle gefunden: zahlreiche Internetartikel sowie die Welt nennen den polnischen Wissenschaftler  Michał Kowalewski, wenn auch oft in der russischen Umschrift Mikhail Kovalevski. Schnell hat man dann auch den Link zum ursprünglichen Artikel mit den Kowalewski-Zitaten (Google-Übersetzung). Nur: Kowalewski sagt dort überhaupt keinen Jahrtausendwinter vorher - das Wort findet sich nur in der Überschrift des Artikels. Und wer den Artikel genau liest stellt fest: die Zitate waren Antworten auf Fragen zur Rolle des Golfstroms für das Klima Europas. Die eisige Kälte ist keine Prognose für diesen Winter, sondern eine Aussage über die hypothetische Auswirkung eines Versiegens des Golfstroms. Wozu Kowalewski sagt, dass dieses so gut wie ausgeschlossen ist.  » weiter

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Climategate: ein Jahr danach

Stefan Rahmstorf | 01. Dezember 2010, 11:00

Spät, aber immerhin: zum Klimagipfel in Cancún beleuchten einige Medien jetzt kritisch die Aktivitäten der "Klimaskeptiker" und ihre Angriffe auf den Weltklimarat IPCC. Die ZEIT bringt eine ganze Doppelseite zu den "Gehilfen des Zweifels". Dort kommen Benjamin Reuter und Toralf Staud zu dem Schluss, dass sich nach diversen Untersuchungen "die ‚Climategate'-Affäre in Luft aufgelöst" hat, die Medien aber kaum über die Aufklärung der Vorwürfe berichtet haben.

Am Ende blieben von vielen Vorwürfen lediglich zwei: eine falsche Jahreszahl im IPCC-Bericht zum möglichen Schmelzen der Himalaya-Gletscher (2035 statt 2350) sowie eine fehlerhafte Prozentangabe zu überflutungsbedrohten Gebieten in Holland (die von der niederländischen Regierung falsch zugeliefert worden war).

Genau zu dieser Folgerung waren wir hier schon im Februar gekommen, nachdem wir selbst den Vorwürfen nachgegangen waren. (Wobei ich damals selbst von diesem Ergebnis überrascht war - die Vorwürfe klangen erstmal plausibel und man erwartet ja nicht, dass Journalisten Dinge behaupten, die einfach nicht stimmen. Daher war ich selbst zunächst auch von mehr Fehlern ausgegangen.)  » weiter

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Klimawette: die Auflösung

Stefan Rahmstorf | 24. November 2010, 10:15

Vor zweieinhalb Jahren sagte eine Gruppe von Forschern aus Kiel und Hamburg in Nature eine vorübergehende Abkühlung der globalen Temperatur vorher (Keenlyside et al. 2008). Spezifisch wurde für den Zeitraum November 2000 bis Oktober 2010 prognostiziert, dass er kühler ausfallen werde als der Referenzzeitraum November 1994 bis Oktober 2004. Diese Ankündigung machte weltweit Schlagzeilen. Doch eine internationale Forschergruppe widersprach damals und bot den Forschern um Mojib Latif eine Wette gegen die Abkühlung an.

Nun ist der Prognosezeitraum vorbei, und es zeigt sich: die Abkühlungsprognose hat sich tatsächlich als falsch herausgestellt. Die globale Erwärmung ging unbeeindruckt weiter (siehe Grafik).

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Meeresspiegel: die New York Times hat die Story

Stefan Rahmstorf | 14. November 2010, 13:35

Heute bringt die New York Times eine ausgezeichnete Titelgeschichte zum Anstieg des Meeresspiegels, mit zwei vollen Seiten im Inneren des Blattes, schicken Grafiken und tollen Fotos (hier die online-Version). Der Autor, Justin Gillis, hat Monate recherchiert, er war in Grönland und er hat mit den meisten der führenden Forscher zum Thema gesprochen - viele davon werden auch im Artikel zitiert. Die Wissenschaft stimmt und ist auf dem aktuellsten Stand, und die Story ist packend geschrieben. So gut kann Wissenschaftsjournalismus sein!

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Schlagzeile aus Absurdistan

Stefan Rahmstorf | 27. Oktober 2010, 17:28

Gestern wurde ich von der folgenden Schlagzeile überrascht:

Rahmstorf vom PIK bestätigt: Anthropogenen Klimawandel gibt es nicht!

Was ist los? Bin ich endlich umgekauft worden? Immerhin haben US-Firmen allein in den letzten 18 Monaten eine halbe Milliarde Dollar (!) für Lobbyarbeit gegen ein amerikanisches Klimaschutzgesetz ausgegeben. (Mit Erfolg, es ist gescheitert.) Und auch europäische Firmen knausern offenbar nicht, wenn es darum geht, Kandidaten für den US-Senat finanziell unter die Arme zu greifen, die einen anthropogenen Klimawandel verleugnen. (Zur US-Klimadebatte siehe auch mein letzte Woche in Harvard aufgezeichnetes Radio-Interview.)

Doch als ich weiter las, war ich beruhigt: umgekauft wurde ich nun doch nicht. Vielmehr hat da jemand eine alte Forschungsarbeit von mir - ja, wie soll man soetwas nennen - "falsch interpretiert"? Es geht um eine Analyse von Eisbohrkerndaten aus Grönland im Hinblick auf das Timing von eiszeitlichen Klimawechseln (Dansgaard-Oeschger-Ereignissen). Die Schlüsselsätze aus dem Artikel mit der hübschen Schlagzeile lauten:

Auch sein nicht minder medienbekannter PIK-Kollege, Prof. Rahmstorf, hat durch eigene Untersuchungen im gleichen Jahr bestätigt, dass das heutige Temperaturniveau kühl im Vergleich zu früheren Warmperioden ist. Seine Arbeit ("Timing of abrupt climate change: A precise clock", Geophys. Res. Lett.. 30, Nr. 10, 2003, S. 1510, doi:10.1029/2003GL017115) beschäftigt sich mit den sog. Dansgaard-Oeschger-Ereignissen. Diese beschreiben rasante Klimaschwankungen während der letzten Eiszeitepoche.
 
Schema eines Dansgaard-Oeschger-Ereignisses - mehr dazu hier.

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Sunday Times zieht "Amazongate" zurück

Stefan Rahmstorf | 23. Juni 2010, 19:10

Wieder wurde eine der zahlreichen Anschuldigungen gegen den Weltklimarat IPCC zurückgezogen, die vor einigen Monaten durch die Medien zirkulierten. Die britische Sunday Times hat am Sonntag ihren "Amazongate"-Vorwurf vom Februar zurückgenommen und eine ausführliche Entschuldigung abgedruckt, nachdem der Amazonasforscher Simon Lewis sich bei der britischen Medienaufsicht beschwert hatte. » weiter

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SPIEGEL vs. ZEIT: Avrams Sicht

Stefan Rahmstorf | 19. Juni 2010, 15:14

SPIEGEL-Ressortchef Olaf Stampf reagierte hier kürzlich auf die Kritik von Robin Avram an seiner Klimaberichterstattung und nannte Avrams Analyse "Erbsenzählerei". Robin Avram antwortet hier mit folgendem Gastkommentar:

Wie Stefan Rahmstorf in einem KlimaLounge-Beitrag über meine Diplomarbeit berichtet hat,  bevorzugt das Wissens-Ressort des SPIEGEL in der Berichterstattung Klimawissenschaftler, die das Klimaproblem herunterspielen - alles nur "Erbsenzählerei" und "Zufall", wie Olaf Stampf dazu schrieb?

Neben dem Ranking der zitierten Klima-Wissenschaftler habe ich in meiner Diplomarbeit die Klimawandel-Berichterstattung von SPIEGEL und ZEIT noch auf eine Reihe anderer Kriterien hin untersucht: so zum Beispiel darauf hin, über welche Themen berichtet wurde. Ob mit warnendem oder entwarnendem Tenor über den Klimawandel berichtet wurde. Ob die Klimapolitik als zu überzogen oder als zu wenig ambitioniert dargestellt wurde. » weiter

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SPIEGEL vs. ZEIT

Stefan Rahmstorf | 10. Juni 2010, 14:00

Der Wissenschaftsjournalist Robin Avram hat in seiner Diplomarbeit die Klimaberichterstattung von SPIEGEL und ZEIT untersucht und Erstaunliches herausgefunden. Avram berichtet darüber in einem aktuellen Artikel im WPK Quarterly (Seite 30-33), einem Magazin für Wissenschaftsjournalisten.

Die Untersuchungsmethode ist Standard: man nehme einen vorher definierten Untersuchungszeitraum (hier November 2006 bis August 2007) und analysiere alle in diesem Zeitraum erschienenen Artikel zum Thema Klimawandel nach bestimmten objektiven Kriterien. Zum Beispiel: welche Forscher werden wie oft wörtlich zitiert? Mit welchen Forschern werden Interviews abgedruckt? » weiter

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FR zieht Artikel gegen Klimarat zurück

Stefan Rahmstorf | 26. April 2010, 13:45

Die Frankfurter Rundschau hat einen Artikel zurückgezogen, in dem sie am 8 Februar schwere Vorwürfe gegen den Weltklimarat erhoben hatte. "Neue Fehler beim Klimarat: IPCC macht aus Nordafrika ganz Afrika" war der Artikel überschrieben, und der Titel beschreibt auch den Inhalt. Der Hauptvorwurf: der IPCC-Bericht habe ohne eine "wissenschaftlich tragfähige Basis" gefolgert, dass viele Menschen in Afrika infolge des Klimawandels einer erhöhten Wasserknappheit ausgesetzt würden. Speziell wurde behauptet, aus einer (womöglich fragwürdigen) Studie über drei Nordafrikanische Länder habe man Folgerungen für ganz Afrika gezogen. 

Lesen hilft: jeder kann durch Nachlesen der relevanten Passagen im IPCC-Bericht leicht feststellen, dass die Vorwürfe schlicht falsch sind. Der IPCC-Bericht hat völlig korrekt die wissenschaftliche Fachliteratur ausgewertet und beschrieben. Die Aussagen über ganz Afrika stammen aus einer Studie über ganz Afrika, vom renommierten britischen Forscher Nigel Arnell (2004). Dort, wo die 3-Länder-Studie von Agoumi zitiert wird, steht auch stets "in some countries" o.ä., nirgends wird aus dieser Arbeit etwas über ganz Afrika gefolgert.  » weiter

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Klimaforscher-Bashing beim SPIEGEL

Stefan Rahmstorf | 01. April 2010, 15:30

In manchen Medien ist derzeit die neue Trendsportart "Klimaforscher-Bashing" angesagt: statt sich mit dem Klimaproblem sachlich fundiert auseinanderzusetzen, schimpft man lieber auf die Wissenschaftler, also die Überbringer der unangenehmen Nachrichten. Der SPIEGEL tut das diese Woche unter der suggestiven Überschrift "Die Wolkenschieber" - man soll da wohl an "Schiebung" denken. Auf diesem Niveau geht es dann auch weiter: "Schlampereien, Fälschungen, Übertreibungen" werden der Klimaforschung unterstellt. Dabei greift der SPIEGEL tief in die Mythen- und Mottenkiste der "Klimaskeptiker" und bedient sich freimütig auf deren Websites, statt kritisch zu recherchieren. (Über die Hintergründe dieser "Kampagne gegen Klimaforscher" hatte die Süddeutsche Zeitung gestern einen lesenswerten Artikel.)  » weiter

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Fehler im IPCC-Bericht?

Stefan Rahmstorf, Michael Mann, Ray Bradley, William Connolley, David Archer, Caspar Ammann et al. | 20. Februar 2010, 20:13

In den Medien werden derzeit einige Fehler – und angebliche Fehler – des letzten IPCC-Berichts (“AR4”) herumgereicht, zusammen mit reichlich Verzerrungen und professioneller Propaganda von Gruppen, die die Klimaforschung diskreditieren wollen. Höchste Zeit, die Spreu vom Weizen zu trennen: Welche dieser Fehler sind real, welche nicht? Und was bedeutet das für das IPCC und die Klimaforschung im Allgemeinen?
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Verkehrte "Welt"

Stefan Rahmstorf | 17. Februar 2010, 16:39

Im Englischen gibt es das schöne Wort "innumerate" (analog zu illiterate) für Menschen, die elementare Probleme beim Umgang mit Mathematik und Zahlen haben. Solche mathematischen Analphabeten haben gelegentlich Kummer im Alltag. Ich erinnere mich an einen Bekannten, der vor Jahren bei einem Mailänder Herrenausstatter einen besonders günstigen Anzug gekauft zu haben glaubte - bis ihm später auffiel, dass er sich beim Umrechnen von Lire in DM um einen Faktor Zehn vertan hatte.

Etwas problematischer ist es, wenn elementare mathematische Verständnisprobleme Grundlage von abstrusen Zeitungsberichten über die Klimaforschung werden. So berichtete die Daily Mail vor einigen Tagen von einer "Kehrtwende" des bekannten Klimaforschers Phil Jones, unter der Schlagzeile: "Es gab keine globale Erwärmung seit 1995". Spiegel online durchschaute und kritisierte dankenswerterweise diese Story. In der "Welt" dagegen nutzt Uli Kulke sie als Schlusspointe:

Jones bestätigte nun auch, dass es zuletzt nicht mehr signifikant wärmer geworden sei - "seit 1995".


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NASA: 2009 auf Rang 2

Stefan Rahmstorf | 18. Januar 2010, 21:34

Die NASA hat gerade ihre Analyse der globalen Temperaturdaten 2009 vorgestellt. Global war 2009 das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen vor 130 Jahren, gleichauf mit 2007 und übertroffen nur vom bisherigen Rekordjahr 2005 (siehe Grafik). Auf der Südhalbkugel war 2009 sogar das wärmste Jahr überhaupt.

Temperaturen 2009

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