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Sprachbrocken 21.1/2012

25. Mai 2012, 11:52

Manchmal quäle ich mich ja etwas, um für diese Kolumne interessante oder kuriose Meldungen über Sprache und Sprachen zusammenzuklauben, aber diese Woche war die Ausbeute so reichhaltig, dass sie für zwei Mal Sprachbrocken reicht. Und da ich zur Zeit sonst nicht viel schreibe, bekommen die geschätzen Leser/innen des Sprachlogs deshalb heute und morgen eine Portion. Der erste Gang steht dabei ganz im Zeichen unserer Freunde vom Verein Deutsche Sprache, die ihr fehlendes Wissen über Sprache ja stets sehr lobenswert durch linguistische Ignoranz wettmachen. » weiter

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Sprachbrocken 19-20/2012

19. Mai 2012, 08:23

Da gibt es eine winzige sprachliche Minderheit, die sich nicht nur weigert, die Sprache der Mehrheit zu lernen, sondern die es sogar geschafft hat, ihre Sprache durch Gesetze schützen zu lassen. Und jetzt beschwert sich diese Minderheit, die nur knapp 0,7 Prozent der Bevölkerung stellt, dass die Rettungsstellen nicht rund um die Uhr mit Leuten besetzt sind, die ihre Sprache sprechen. » weiter

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Sprachbrocken 18/2012

05. Mai 2012, 08:49

Wer mehrere Sprachen spricht, hat nicht nur mehr Gesprächspartner/innen, sondern auch ein feineres Gehör. Das haben, wie man so schön sagt, amerikanische Wissenschaftler herausgefunden (das Forschungsteam aus vier Frauen und einem Mann wird in der dpa-Meldung übrigens konsequent mit dem maskulinum „US-Forscher“ bezeichnet -- der klare Beweis dafür, dass es ein generisches Maskulinum sexistische Sprache gibt). Es handelt sich übrigens um eine neurologische Studie mit spanisch-englischsprachig aufgewachsenen Teenagern, die zeigt, dass die Silbe da, die die Versuchspersonen in einer Trainingsphase mehrfach vorgespielt bekamen, bei den bilingualen Versuchspersonen unter durch Hintergrundgeräusche erschwerten Hörbedinungen eine deutlichere Reaktion im Hirnstamm hervorrief als bei der monolingualen Kontrollgruppe (die Studie gibt es hier). » weiter

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Sag mir was du siezt

02. Mai 2012, 13:33

Die Apotheken Umschau (sie schreibt sich wirklich so, was mich nicht weiter stört, was ich aber trotzdem gesagt haben will, falls es andere stört, die dann nämlich wissen, dass es mich nicht stört) veröffentlicht jeden Monat eine repräsentative Umfrage zu aktuellen Themen wie„Opfer des Jo-Jo-Effekts: Frauen oft von neuen Diätmethoden enttäuscht - Jede Zweite nahm rasch wieder zu“, „Trend zum rasierten Mann: Männer - vor allem die jüngeren - entfernen nicht mehr nur den Bart“, „Talisman im Täschchen: Glücksbringer sind Frauensache“ oder„Riskantes Fiebermessen mit Glas: Jeder Vierte in Deutschland benutzt noch ein herkömmliches Thermometer“ – ein regelrechtes kleines Fenster in die deutsche Volksseele. » weiter

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Sprachbrocken 17/2012

27. April 2012, 08:28

Da macht man sich ein bisschen über die angebliche Modellhaftigkeit des Lateinischen lustig und schlägt vor, doch lieber moderne Fremdsprachen oder Piratisch zu lernen, und kurz darauf diskutiert die deutsche Medienlandschaft auf breiter Ebene über die Sprache der alten Römer. Wie Der Westen berichtet, findet plötzlich auch die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, dass der Lateinunterricht nicht dazu taugt, die Schüler/innen zu zukünftigen „Beschäftigten“ auszubilden. Und was tut der Vorsitzende des Altphilologenverbandes, von dem die Idee der Modellhaftigkeit stammt? Er stimmt zu: „Wer Richtung Wirtschaft denkt, ist mit ausgefallenen Sprachen wie Arabisch oder Chinesisch besser beraten.“

Und Richtung Wirtschaft denkt ja schließlich ganz Deutschland. » weiter

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Nackt im Schatten

25. April 2012, 00:17

Schon mehrfach haben mich meine Co-Blogger Joachim Schulz (Quantenwelt) und Dierk Haasis (Con Text) gebeten, doch mal etwas über die englischen Wortpaare shadow/shade bzw. naked/nude zu schreiben (wer sich für welches Wortpaar interessiert hat, dürfte offensichtlich sein). Ich hätte ihnen den Gefallen auch schon längst getan, nur ist mir nie eine interessante Perspektive dazu eingefallen. Es sind eben Fälle, in denen es im Englischen zwei Wörter gibt, wo das Deutsche nur eins hat (nackt, bzw. Schatten).

Ein interessantes Thema wäre die Frage, ob das Englische grundsätzlich feinere Bedeutungsunterscheidungen trifft, als andere (europäische) Sprachen. Ich habe diese Behauptung ab und zu während meines Studiums oder von Kolleg/innen gehört, und völlig unplausibel ist sie nicht. Das Englische stand während der mehrere Hundert Jahre währenden normannischen Besatzung in einem engen Kontakt zum Französischen und hat in dieser Zeit außergewöhnlich viele Lehnwörter aufgenommen, ohne die schon vorhandenen Wörter auszusortieren; der englische Wortschatz ist deswegen an vielen Stellen umfangreicher als bei Sprachen mit wenig Lehngut, und das müsste ja eine Ausdifferenzierung von Bedeutungen mit sich bringen. Aber das tatsächlich zu untersuchen, würde den Rahmen dieses Blogs natürlich sprengen.

Weniger interessant schien es mir, die Bedeutungsunterschiede einfach zu erklären. Das Sprachlog ist schließlich kein Wörterbuch: Wenn Dierk und Joachim den Bedeutungsunterschied zwischen nude und naked oder shadow und shade wissen wollen, sollen sie ihn nachschlagen. Dachte ich zumindest, bis ich das selbst getan habe. Denn Wörterbücher helfen nicht unbedingt weiter. » weiter

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Blogspektrogramm #12

23. April 2012, 09:08

BlogspektrogrammZum zwölften Mal präsentiert das Blogspektrogramm die besten Beiträge aus der überschaubaren (aber exzellenten, wenn ich das so sagen darf) deutschsprachigen Sprachblogszene. Wieder einmal haben die üblichen Verdächtigen nicht nur eigene Beiträge nominiert, sondern auch ausgewählte Beiträge von anderen, die ihnen besonders positiv aufgefallen sind. So ist von einer quantitativen Analyse von Goethes Faust I über das Reizthema Kiezdeutsch bis zu einem radikal frischen Blick auf das Französische eine bunte Mischung zusammengekommen, die ihr in Kristins Schplock findet.



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Sprachbrocken 16/2012

21. April 2012, 08:55

Dass die deutsche Sprache verfällt, ist eine traurige Tatsache, an der wir in den Sprachbrocken nur schwer vorbeikommen. In Cottbus beispielsweise, erfahren wir in einem Leserbrief in der Lausitzer Rundschau, wird Deutsch nur noch zu Hause gesprochen -- in der Öffentlichkeit bedient man sich nur noch der „Sprache der Vereinigten Staaten von Amerika“ (womit vermutlich Englisch gemeint ist). So werden „deutsche identitätsstiftende Werte unter den Tisch gekehrt“. » weiter

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Sprache und Ungleichheit

16. April 2012, 11:00

In der heute erschienenen Ausgabe von Aus Politik und Zeitgeschichte (einer Beilage der Wochenzeitung Das Parlament) schreibe ich über „Sprache und Ungleichheit“.  Eins der schwierigsten Themen überhaupt, das hier im Sprachlog regelmäßig Protest, Spott und Häme auslöst und mit dem ich selbst immer wieder kämpfen muss.

Die Gelegenheit, einige meiner Blogbeiträge zu diesem Thema in Form eines (populär-)wissenschaftlichen Aufsatzes noch einmal systematisch aufzuarbeiten, war mir deshalb sehr willkommen und ich freue mich über Feedback hier in den Kommentaren oder per E-Mail (dabei gilt, wie immer und vor allem bei diesem Thema: Kommentare, in denen Gruppen von Menschen herabgewürdigt werden, sind nicht erwünscht und werden gelöscht).

Wer nicht weiß, woher er/sie Das Parlament bekommen soll, kann die Beilage (in der insgesamt neun höchst spannende Beiträge zum Thema „Ungleichheit“ enthalten sind, auf der Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung als PDF-Datei (2,5 MB) herunterladen (natürlich kostenlos).



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Sprachbrocken 15/2012

15. April 2012, 12:49

Wegen der längeren Auszeit der SciLogs-Server heute früh (und gestern Nacht, und heute Vormittag) sind die Sprachbrocken 15/2012 als Gastbeitrag bei Stephan @herrurbach Urbach erschienen. Für seine schnelle Hilfsbereitschaft noch einmal danke!



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