AKTUELLE POSTS wissenslogs

 
 

Die Mainauer Deklaration 2015 zum Klimawandel

„Mit dieser Deklaration wollen wir zeigen, wie groß die Bedrohungen durch den Klimawandel bereits sind, sowie Lösungswege aufzeigen“, erklärt Brian P. Schmidt, Sprecher der Nobelpreisträger, welche die Mainauer Deklaration 2015 zum Klimawandel heute auf der Insel Mainau unterzeichnet haben. Als Wissenschaftler sehe er „eine moralische Verpflichtung, sich bei einem Problem mit so weitreichenden Folgen zu Wort zu melden“. Schmidt traf sich am Donnerstag mit vier weiteren Unterzeichnern, es war der vorletzte Tag des 65. Lindauer Nobelpreisträgertreffens. Folgende fünf Nobelpreisträger diskutierten ... weiter

 

Frauen in der Wissenschaft – jenseits von Tim Hunt

Was da jetzt noch über Tim Hunt und seine Bemerkungen über Frauen in der Wissenschaft (sinngemäß: man verliebt sich in sie, sie sich in einen, und wenn man sie kritisiert, heulen sie) berichtet wird, ist zu einem erschreckenden Teil schlicht Legendenbildung. Die Legende, dass Tim Hunt "seinen Job" verloren habe, zieht weiter ihre Kreise - dass es um Ehrenämter und Kommissionsmitgliedschaften ging, nicht um Tim Hunts Lebensunterhalt, scheint viele Leute schlicht nicht zu interessieren. Hier in den SciLogs verbreitet Harald ... weiter

 

Serge Haroche im Jahr des Lichts

Das internationale Jahr des Lichts nahm Serge Haroche als Anlass für seine Lecture und feierte auf seine Weise mit der Zuhörerschaft „Fifty Years of Laser Revolution in Physics“. Während sein Vorredner Arieh Warshel das Thema noch launig mit einer Folie, auf der eine Briefmarke zum Jahr des Lichts zu sehen war, feierte, widmet sich Serge Haroche dem Licht auf gründliche, physikalische Weise. Denn was lange Zeit als unmöglich galt, gelang Haroche mit Hilfe eines von ihm konzipierten Geräts: Die genaue ... weiter

 

Harold E. Varmus: Chancen und Probleme der personalisierten Krebstherapie

Krebs ist weltweit die häufigste, krankheitsbedingte Todesursache und ziemlich komplex, denn den Krebs gibt es nicht: Unter dem Begriff werden viele, teilweise sehr unterschiedliche Krankheiten zusammengefasst. Es gibt etwa 200 verschiedene Krebsarten in den verschiedenen Körpergeweben, die wiederum bei jedem Patienten unterschiedlich ausgeprägt sein können. Daher wenden sich die Ärzte ab vom bisherigen “One-fits-all”-Prinzip der Krebstherapie hin zur stratifizierten Behandlung bestimmter Patienten-Subgruppen. Vielmehr noch möchten sie dem Patienten eine auf ihn zugeschnittene, persönliche Krebstherapie anbieten. Dafür brauchen sie eine molekularbiologische ... weiter

 

Anekdoten ohne Relevanz

Die Tage fand ich einen Artikel im Blog von Joep Driessen, einem Tierarzt und Milchvieh-Berater aus Holland. Man habe ein Survey erstellt und kam zu dem Ergebnis, dass die Hälfte der Milchkühe in Europa kein qualitativ gutes Trinkwasser zur Verfügung haben. Ich war darüber einigermaßen schockiert und brachte das auch in einen Tweet zum Ausdruck, wofür ich direkt von einem Landwirt auf den Deckel bekam. Wie ich sowas denn twittern könne. Und überhaupt wüssten ja immer alle alles besser als ... weiter

 

Harald Martenstein unter Nobelpreisträgern: Die zwölf Weltgefahren für die Menschheit

Zu den Besonderheiten eines wissenschaftlichen Kongresses gehört es, dass alle englisch reden. Die Deutschen sogar manchmal auch, wenn sie unter sich sind. Die Akzente sind ein Problem. Ich kann einigermaßen Französisch und war überrascht, als bei einer Diskussionsveranstaltung in Lindau die Moderatorin einfach auf Französisch loslegte. Als ich nach zehn Minuten immer noch kein einziges Wort verstanden hatte, wurde mir langsam klar, dass es Englisch sein sollte. Wenn die Vorträge langweilig sind, geht man in Lindau nicht hinaus, sondern klappt ... weiter

 

Die Faszination des Fundamentalen: Saul Perlmutter und das Ende des Universums

Die Fragen, deren Beantwortung den Lindauer Laureaten ihre Nobelpreise eingebracht haben, gehören zweifellos zu den wichtigen Forschungsgebieten der jeweiligen Zeit. Nicht alle dieser Fragen beschäftigen allerdings Wissenschaft und Öffentlichkeit gleichermaßen. Bei manchen ist das aber sehr wohl der Fall und die, die sich der amerikanische Astronom Saul Perlmutter und seine Kollegen gestellt haben, gehört mit Sicherheit dazu. Schon vor vielen Jahrtausenden müssen die Menschen zum Himmel geblickt haben und sich angesichts der funkelnden Sterne gefragt haben, ob die Welt irgendwo ... weiter

 

Gene Editing: Zwischen Faszination und Erschrecken über ungeahnte Möglichkeiten. Wohin soll der Weg gehen?

Noch während über ein Moratorium debattiert wird, schlagen die Meldungen aus China ein: Dort ist man einen Schritt weiter. Ist es der entscheidende Schritt? Nicht nur das interessierte Publikum dürfte vom Tempo überrannt sein – kaum jemand weiß so richtig, was Gene-Editing ist, da hört man schon, dass chinesische Wissenschaftler bereits erste Experimente an menschlichen Embryonen durchgeführt haben. Zwar wurden dafür nicht lebensfähige Embryonen benutzt, die im Rahmen künstlicher Befruchtungen entstanden – eine Grenze ist damit dennoch überschritten. Der federführende ... weiter

 

Harald Martenstein unter Nobelpreisträgern: “Das Internet ist nur ein Zwischenschritt”

Der Kongresstag in Lindau beginnt leider um 7 Uhr, Arbeitsfrühstück mit Diskussion zum Thema „Wissenschaft und Ethik“. Einer der Stargäste ist der in Luxemburg geborene Medizin-Nobelpreisträger Jules Hoffmann. Den Preis musste er sich 2011 teilen, weil ein Kollege zeitgleich das Gleiche herausgefunden hat wie er. Es handelte sich, vereinfacht gesagt, um die Entschlüsselung etlicher Geheimnisse des menschlichen Immunsystems. Wissenschaft und Ethik – zu diesem Thema fallen einigen Nachwuchsforschern vor allem ihre Berufsprobleme ein, Verträge mit kurzer Laufzeit, hoher Publikationsdruck, so ... weiter

 

Ein paar Gedanken zur Gehaltssituation in den Geobüros

Der BDG hat am 10. Juni 2015 die Ergebnisse seiner Gehaltsumfrage veröffentlicht. Mit, wie ich finde, erschütternden Ergebnissen. Insgesamt haben sich 443 Mitglieder des BDG an der anonymen Umfrage beteiligt, darunter waren 155 Berufsanfänger. Ich persönlich hätte mir durchaus gewünscht, dass sich mehr Leute an dieser wichtigen Aktion beteiligen. Denn gerade die Anfänger stehen im Vorstellungsgespräch schnell vor der Frage, welche Gehaltsvorstellungen sie denn haben. Hier könnte die Umfrage sicher eine gute Hilfestellung geben. ... weiter

 

Harald Martenstein unter Nobelpreisträgern: “Was ist dagegen schon die Oscar-Verleihung?”

In jedem Sommer treffen sich in Lindau Nobelpreisträger, sie halten Vorträge und diskutieren mit jungen Wissenschaftlern aus aller Welt. Es ist die hochkarätigste wissenschaftliche Tagung der Welt. Aber der spektakulärste Moment der Veranstaltung ereignet sich gleich zu Beginn, während der Eröffnungsveranstaltung – mein Gott, was erzähle ich da? Ich kann es eigentlich gar nicht beurteilen, ich bin zum ersten Mal da. Ich weiß gar nichts. Aber es muss ganz einfach so sein. Eine Tür zum großen Saal der Inselhalle öffnet ... weiter

 

Quokka Rising

Der erste Teil unserer Expedition zu den Quokkas liegt hinter uns: Nach 22 Stunden Reisezeit (einschließlich 6 Zeitzonen) haben wir es einigermaßen heil nach Perth geschafft. Den heutigen Tag hattern wir eigentlich für den Jetlag eingeplant, aber von dem haben wir nichts mitbekommen. Stattdessen haben wir heute die lokale Flora und Fauna begutachtet - davon dann bald mehr: Morgen um halb zehn geht die Fähre nach Rottnest Island. ... weiter

 

Lasst 1.000 neue Ideen erblühen

In den Jahren 2003 und 2004 hatten unsere Politikerinnen und Politiker zusammen mit ihren Beraterinnen und Beratern aus den verschiedenen wissenschaftlichen Organisationen eine tolle Idee. Sie stellten sich und allen die Frage „Gibt es noch Leben an deutschen Universitäten?“. Zur Beantwortung dieser Frage lobten sie einen Ideenwettbewerb aus, der mit einer besonders großzügigen Förderung (1,9 Milliarden Euro) der Wissenschaft verbunden war. Nach jahrelanger Unterfinanzierung (z.B. keine Erhöhung der Professuren in der Biologie in den letzten 15 Jahren, trotz enormer Forschungsleistungen ... weiter

 

Lindau 2015: Neue Antworten auf alte Fragen

Es geht los! 65 Nobelpreisträger, 650 Young Scientists, 6 Tage Programm, vollgestopft mit Vorträgen, Seminaren, Diskussionen. Lindau wird summen wie ein Bienenstock. Wissenschaftler, wo man steht und geht, da hoffe ich natürlich einen Nobelpreisträger persönlich kennenzulernen: Im Hotel beim Frühstück, im Bus zum Vortragssaal oder beim Grillen am See.   Ich freue mich besonders auf den Krebsforscher Michael Bishop und den Schriftsteller Wole Soyinka, zwei Menschen, die mein Denken prägten: Der Amerikaner Bishop durch seine eleganten genetischen Experimente und der ... weiter

 

Laufen – eine Liebeserklärung

Als Student oder Wissenschaftler benutzt man im Alltag vor allem Eines: den Kopf. Ob im Labor oder in der Bibliothek, stunden-, tage-, ja wochenlang werden die grauen Zellen malträtiert und der Rest des Körpers bleibt unbewegt. Vielleicht deshalb sehen einige Wissenschaftler und Intellektuelle körperliche Aktivität als zweitrangig (oder -klassig) an.[i] Das habe ich selbst früher auch getan, wurde aber eines Besseren belehrt. Jetzt bin ich der festen Überzeugung: Laufen ist der ideale Sport, gerade für Wissenschaftler! Das versuche ich an ... weiter