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Atheisten sterben nicht aus, sie verebben (nur) demografisch

17. Oktober 2014 von Michael Blume

Manches muss man selbst erleben, um es wirklich zu verstehen. In meiner Biografie über Charles Darwin hatte ich beschrieben, wie sich der große Gelehrte darüber ärgerte, dass seine wissenschaftlichen Thesen immer wieder falsch wiedergegeben und dann vermeintlich "widerlegt" wurden. So schrieb er wieder und wieder, "dass die natürliche Zuchtwahl (Selektion) das Hauptmittel, wenn auch nicht das ausschließliche Mittel der Abänderung war." - und merkte doch zunehmend genervt: "Das hat freilich gar nichts verschlagen." Sowohl mehr oder weniger kundige Kritiker wie auch... weiter

 

Narbenhaut – Ein starkes Fantasy-Hörspiel mit Tiefendimensionen von Dane Rahlmeyer

11. Oktober 2014 von Michael Blume

Die Diskussion zum Blogpost der letzten Woche um die Rolle von Mythen in der modernen Fantasy hatte sich sehr schnell auf Bücher konzentriert. Doch machen wir uns bewusst: Schrift ist erst wenige tausend Jahre alt - davor (und daneben) wurden Erzählungen vor allem gehört! Und interessanterweise sind es gerade die neuen Medien und Technologien (wie kleine und leichte, auch z.B. in Handys integrierte Abspielgeräte), die derzeit einen neuen Aufschwung von Hörbüchern und Hörspielen ermöglichen. Als Beispiel möchte ich das hervorragend... weiter

 

Fantasy-Rollenspiele als prägender Aspekt moderner Kulturgeschichte

4. Oktober 2014 von Michael Blume

Ein berühmtes, Albert Einstein zugeschriebenes Zitat lautet: "Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt." Und tatsächlich gehörten fantastische Gedankenexperimente zu dem Werkzeug, mit dem der Physiker in neue Wissens-Welten vorstieß. Ohne Fantasie wäre die menschliche Kultur nur rudimentär geblieben, gäbe es keine Kunst, keine Religion und keine Wissenschaft. Entsprechend war der evolutionäre Nutzen auch fantastischer Geschichten und Spiele hier bereits Thema auf dem Blog, aus dem Reader eines Universitätsseminars entstand sogar ein eigenes sciebook zur Psyche & Fantasie... weiter

 

Die demografische Traditionalismusfalle – und warum Thilo Sarrazin schummeln musste (n-tv 4)

27. September 2014 von Michael Blume

Mit der Erläuterung der Traditionalismusfalle möchte ich die kleine Reihe zu den Fragen nach dem n-tv-Interview zu Religion & Demografie schließen. Wenn Leute über die Zusammenhänge von Religiosität und Kinderzahl nachdenken, so fällt den meisten bald auf, dass es sehr traditional-religiös geprägte Gesellschaften wie Italien, Polen oder Griechenland mit niedrigen Geburtenraten gibt - und dann wiederum stärker säkulare wie Frankreich oder Schweden mit höheren Geburtenraten. Ob das nicht dem Religion-Demografie-Zusammenhang widerspreche? Nein, selbstverständlich nicht. Denn hier werden Mikro- und Makroebenen... weiter

 

Warum der Rationalismus evolutionäre Prozesse nicht ersetzen und nicht einmal verstehen kann

21. September 2014 von Michael Blume

Viele Menschen glauben noch immer, man könne gleichzeitig die Evolutionstheorie bejahen und zugleich völlig "rationalistisch" (z.B. als Sozialistin, Keynesianer oder Homo oeconomicus-Rationalist) sein. Tatsächlich aber ist bei uns Menschen alles, was wir "Verstand" oder gar "Vernunft" bzw. "Rationalität" nennen, zutiefst mit unseren biologischen und kulturellen Traditionen verbunden: Wer diese Wurzeln, die uns mit unseren Vorfahren verbinden, ignoriert oder gar kappen möchte, täuscht sich selbst und führt auch andere in die Irre. Aus durchaus gut gemeinten Motiven können dann furchtbare Schäden... weiter

 

Wie erfolgreich war die DDR-Familienpolitik? Informationen zum Honecker-Buckel (n-tv 3)

13. September 2014 von Michael Blume

Gerade auch in Deutschland gibt es lange Traditionen der Staatsgläubigkeit, verbunden mit einem tiefen Misstrauen gegen zivilgesellschaftliche Selbstorganisationen (wie Familien, Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften). Daher werde ich immer wieder - auch im n-tv-Interview - gefragt, ob der Staat denn nicht auch die familienbezogenen Funktionen von Religionsgemeinschaften "ersetzen" könne? Empirisch gesehen ist die Antwort darauf: Bestenfalls teilweise, bislang ist ihm das jedoch noch nie vollständig gelungen. Gegenüber n-tv.de hatte ich daher erläutert: Es gab auch Gesellschaften wie zum Beispiel das sozialistische Rumänien oder NS-Deutschland, in denen säkulare Ideologien versucht haben, eine höhere Geburtenrate zu erzwingen. In beiden Fällen endete es im Desaster. Wir haben noch keinen Fall, wo es einer staatlichen Ideologie gelungen wäre, auf Dauer größere Familien zu erzwingen. In Rumänien brachen die Familien zusammen, zehntausende Kinder wurden ausgesetzt. In NS-Deutschland gab es zum Schluss sogar diese wahnsinnigen "Lebensborn"-Projekte, als Himmler gemerkt hatte, dass nicht einmal die SS am Ende noch die hohen Geburtenraten erreicht. Sogar eine totalitäre Politik kommt in Familienfragen an ihre Grenzen. Einige Leserinnen und Leser ließen mich wissen, dass ich jedoch ein "Positivbeispiel" vergessen hätte: Die DDR. Gelang es der Deutschen Demokratischen Republik, durch ihre Familienpolitik die Geburtenrate dauerhaft über 2 Kinder pro Frau zu heben? Selbst wenn wir davon absehen, dass diese "Familienpolitik" mit teilweise erheblichen Freiheitsbeschränkungen verbunden war, so lautet die Antwort doch klar: Nein, auch die DDR schaffte weder die völlige Abschaffung der Religionsgemeinschaften noch den Erhalt der demografischen Bestandserhaltungsgrenze. Ihre Familienpolitik erzielte jedoch durchaus demografisch messbare Effekte. ... weiter

 

Endlich! Dank für die Auszeichnung zum “Dodo des Monats” durch die deutschen Brights!

9. September 2014 von Michael Blume

Über lange Strecken ist Wissenschaft harte, brave Arbeit. Hin und wieder eine Anerkennung oder gar Auszeichnung ist da schon etwas Ermutigendes - sogar, wenn sie eigentlich feindselig gemeint ist. So "erhielt" ich vor drei Jahren als damals jüngster Wissenschaftler einen Droh- und Steckbrief auf der rechtsextremen Seite Nürnberg 2.0 - weil ich es gewagt hatte, aufzuzeigen, dass nicht "die Muslime" mehr Kinder bekommen, sondern es den Zusammenhang zwischen Religion & Demografie quer durch alle Religionen gibt. Nun haben die deutschen Brights (die "Hellen, Erleuchteten") nachgelegt, eine von dem englischen Biologen Richard Dawkins ausgerufene, religionsfeindliche Bewegung. Dawkins hatte ja zuletzt zur Abtreibung behinderter Kinder aufgerufen und eine verunsicherte Mutter über Twitter und seine Webseite wissen lassen, es sei "unmoralisch", sich für ein Kind mit Down-Syndrom zu entscheiden. Schon Anfang 2011 hatte er sich verärgert (aber nicht mehr bestreitend) über meine Befunde geäußert, wonach Religiöse im Durchschnitt kinderreicher sind als Nichtreligiöse. Insofern fragte ich mich schon, wann denn wohl seine deutschsprachigen Jünger aktiv werden würden. Nun also ist es so weit: Der "Brightsblog" hat mir den "Dodo des Monats August" verliehen! ... weiter

 

Liebe auf den zweiten Blick – Einstein und die Religion von Markus Mühling

5. September 2014 von Michael Blume

Als ich mich vor einigen Jahren mit vielen anderen für den (inzwischen erfolgten) Wiederaufbau der Ulmer Synagoge engagierte, zu der auch der kleine Albert Einstein und seine Familie gehört hatten, wuchs mein Interesse an der Haltung des bedeutendsten Physikers und Bürgerwissenschaftlers des 20. Jahrhunderts. Ich wollte wissen, was er mit Aussagen wie "Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft blind" oder "Gott würfelt nicht" denn nun "genau" gemeint hatte. Was genau meinte er mit "Religion" und "lahm", mit "Gott"... weiter

 

Warum brauchen Kaninchen keine Religion, um sich erfolgreich fortzupflanzen? (n-tv 2)

31. August 2014 von Michael Blume

Es ist nicht verboten, in der Wissenschaft manchmal zu schmunzeln - und hinter manch lustiger Frage verbirgt sich auch ein ernstes Thema. So erreichten mich nach dem n-tv-Interview zur Religionsdemografie per Mail und per Twitter auch öffentliche Anfragen, warum sich denn - bitte - Tiere ohne kulturelle Glaubenstraditionen fortpflanzen könnten. ... weiter

 

Die europäischen Amish – Die laestadianischen Lutheraner in Finnland (n-tv 1)

28. August 2014 von Michael Blume

Das Interview auf n-tv.de, das inzwischen auch auf kath.net aufgegriffen wurde, löste wieder eine Vielzahl von Rückmeldungen und Rückfragen aus. Einige neuere Themen will ich in einer kleinen, lockeren Reihe hier auf dem Blog aufgreifen. Eine besonders erfreuliche Rückmeldung erhielt ich von Christoph Bein, einem Studenten der Demografie in Rostock. Ihm war aufgefallen, dass ich im Interview wieder die Amish erwähnt hatte, die von n-tv dann auch für die Bebilderung ausgewählt wurden. n-tv-Header auf meinem Google+-Account In meinem Buch Religion... weiter